10 Dinge, die zufriedene Alleinerziehende NICHT tun

girl on a bicycle in the sunset

Und was tun sie stattdessen?

Der Tag als der Vater meiner Kinder ging, ist nun fast 3 Jahre her. Eine lange und sehr intensive Zeit mit vielen bewegenden Momenten, die mich für mein weiteres Leben geprägt haben.

Meine Chefin sagte damals: „Alexandra, wenn du da durch bist, bist du eine viel bessere Therapeutin.“ Heute weiß ich, was sie mir damit sagen wollte und es bleibt ein Prozeß.

Ich wurde von Nils Terborg eingeladen die folgende Frage zu beantworten:

Was war deine wichtigste Beziehungserfahrung?

Ich habe nicht sehr lange überlegen müssen.

Die Zeit mit mir „allein“ in den letzten 3 Jahren.

Es gab Zeiten, wo ich sowas davon entfernt war mit mir und meinem Leben zufrieden zu sein. Ich fand alles nur sch…..ungerecht und wäre am liebsten in einen Flieger gestiegen und abgehauen. Jegliche Gefühle und Bedürfnisse bekamen plötzlich einen völlig neuen Stellenwert und ich erlebte sie in voller Ausprägung.

Anfang diesen Jahres fing ich an zu forschen, was zufriedene und glückliche Menschen von sehr erschöpften, unzufriedenen Menschen unterscheidet.

Oder konkreter gesagt, was macht den Unterschied zwischen zufriedenen und unzufriedenen Alleinerziehenden aus?

Einwände

Vor einer Woche veröffentlichte ich bei Facebook eine Statistik die zeigt,  dass die Wahrscheinlichkeit an einer Depression zu erkranken bei Alleinerziehenden mehr als doppelt so hoch ist, im Vergleich zu Menschen, die in klassischen Familien leben.

In den nachfolgenden Kommentaren wurden viele politische und soziale Gründe angeführt, wieso es so schwierig ist für Alleinerziehende. Dem kann ich voll und ganz zustimmen! Aber …..und jetzt kommt ein aber ;)…..

Trotz oft vergleichbarer äußerer Umstände, geht es der/dem einen Alleinerziehenden besser als Anderen.

Worin liegt der Unterschied?

1. Zufriedene Alleinerziehende meinen nicht alles alleine schaffen zu müssen.

Stattdessen sind sich zufriedene Alleinerziehende bewusst, dass sie Hilfe durch Freunde, Familie und Organisationen brauchen. Sie trauen sich um Hilfe zu bitten und sehen darin eine Stärke.

Plötzlich hat man eine ganze Menge Verantwortung im Alltag. Auch wenn es einen helfenden Kindsvater bzw. Kindesmutter gibt, tritt dieses Gefühl bei fast allen auf. Damit ist oft der Gedanke: „Ich muss das jetzt alleine packen.“ verbunden.

Ich habe mir zu Beginn Hilfe geholt, wo es nur ging. Ich war einfach blind für mich selbst. Meiner anfänglichen Hilflosigkeit begegnete ich mit Informationen durch den Kinderschutzbund, den Erziehungsberatungstellen, mein Anschluss an eine Gruppe für Alleinerziehende und einem eigenen Coaching.

2. Zufriedene Alleinerziehende umgeben sich nicht mit Menschen, die ihnen Energie rauben.

Stattdessen sind sich zufriedene Alleinerziehende sehr bewusst, welche Situation bzw. Menschen ihnen Kraft kosten und halten sich davon fern.

Viele kämpfen Monate und teilweise jahrelang um ihr Recht und haben sehr viel Angst. Diese Angst wirkt wahnsinnig erschöpfend und Energie raubend.

Mich hat das ewige Rangeln um die Umgangszeiten viele Emails, SMS und Zeit gekostet. Ich habe damit aufgehört- für mich und für meine Kinder. Denn wenn ich mehr Energie habe, profitieren sie davon.

3. Zufriedene Alleinerziehende „pfeifen“ auf Perfektion.

Stattdessen sind sich zufriedene Alleinerziehende darüber bewusst, dass Fehler machen dazu gehört und es keinen perfekten Menschen gibt. 

Viele haben den Anspruch ihren Haushalt genauso weiterzuführen wie vor der Trennung. Von manchen weiß ich, dass der Wunsch nach Fehlerfreiheit sogar noch zunimmt, da man sich darüber „Anerkennung“ vom außen erhofft. Der Partner ist ja nicht mehr da.

Ich lebe seit 3 Jahren die 60 Prozent-Regel. Mehr geht einfach nicht (z.B. wenig Kleidung zum Bügeln kaufen, Texte einmal kontrollieren (ja…es gibt Fehhhler ;)), Be perfect unperfekt!

4. Zufriedene Alleinerziehende sagen nicht zu allem Ja und Amen.

Stattdessen kennen zufriedene Alleinerziehende ihr eigenes „Ja“ zu sich selbst. Sie wissen um ihre Grenzen und befürchten keine Ablehnung, wenn sie eine Bitte ausschlagen.

Hinter dem „Ja“ steckt oft die Sorge nicht mehr gemocht zu werden. Und das wollen wir ja nach einer Trennungserfahrung gerne vermeiden. Mit dem Wissen um deine eigenen Wünsche, wird ein „freundliches Nein“ viel leichter über die Lippen gehen.

5. Zufriedene Alleinerziehende kämpfen nicht gegen etwas, was sie nicht ändern können.

Stattdessen konzentrieren sich zufriedene Alleinerziehende auf die Dinge, die änderbar sind.

Ein Beispiel dazu: Wenn die Sonne scheint, scheint die Sonne. Ich kann es nicht ändern! Aber ich kann mich entscheiden, ob ich eine Sonnencreme nutze oder nicht, um in Folge keine verbrannte Haut zu haben.

Wenn die klassische Familie nicht mehr besteht, kann man das meist nicht ändern. Aber du hast einen Einfluss darauf, ob du dich weiter verbrennst (Streit, Konflikte etc.) oder du dich eincremst (Distanz, Fokus auf die Gegenwart und Zukunft legen).

100% Datenschutzkonform. Kein Spam.

6. Zufriedene Alleinerziehende machen ihr Selbstwertgefühl nicht von ihrer Leistung abhängig.

Stattdessen wissen zufriedene Alleinerziehende, dass ihr Wert als Mensch unabhängig von dem ist, was sie tun oder machen.

Es ist in unserer Gesellschaft leider üblich, dass wir mehr und mehr unseren Wert  mit dem was wir leisten verknüpfen. Je mehr das nämlich der Fall ist, desto eher ist ein Burnout vorprogrammiert.

Mach dir jeden Tag erneut bewusst, dass alleine das du da bist, dich zu einem liebenswerten Menschen macht. Egal ob allein erziehend oder nicht.

7. Zufriedene Alleinerziehende suchen weder bei sich noch bei anderen die Schuld.

Stattdessen bedauern zufriedene Alleinerziehende ihr Verhalten in manchen vergangen Situationen. Sie übernehmen ihren Teil an Verantwortung ohne sich komplett als Mensch in Frage zu stellen.

Jeder von uns kennt den Gedanken: „Hätte ich doch…… Ich kann meinen Kinder xy nicht bieten……“ Oder „Er oder sie ist daran schuld, dass es so gekommen ist……“

An dieser Stelle sage ich immer: „Ja, du darfst das Bedauern. Doch dein aktuelles Wissen, hattest du zu dem damaligen Zeitpunkt einfach nicht zur Verfügung.“

Ich habe auch oft gedacht: „Er ist Schuld an allem“….obwohl ich tief in mir wusste, dass das nicht stimmt. Erst jetzt, wo ich mir  meinen Anteil an der Trennung eingestehen kann, wird eine neue Energie frei, die ich für mich nutzen kann.

9.  Zufriedene Alleinerziehende vernachlässigen nicht ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse.

Stattdessen wissen zufriedende Alleinerziehende, dass nur dann wenn es ihnen gut geht und sie sich selbst wichtig nehmen, es dem Kind bzw. den Kindern gut gehen kann.

Ich muss zugeben, dass ich zu Beginn verwirrt war. Da ging ich in die Beratungsstellen für die Kinder und wurde gefragt: „Wie geht es ihnen denn?“

Nach 3 Jahren ist es mir völlig klar, dass ich der Dreh- und Angelpunkt für diese 2 kleinen Menschen bin und das kann ich nur sein, wenn ich MICH wichtig nehme!

10. Zufriedene Alleinerziehende geben ihren inneren Kritiker keinen Vorrang.

Stattdessen wissen zufriedende Alleinerziehende, dass es wichtiger ist, den inneren Befürworter zuzuhören und ihn zu fördern.

Sei stolz auf dich und das was du jeden Tag alleine bewältigst!

Der innere Kritiker liebt solche Sätze wie: Du musst, sollst oder du kannst das nicht. Mein innerer Kritiker wird immer besonders dann laut, wenn ich nicht genug auf mich geachtet habe. Dann ruft er: „Wie willst du das bloß schaffen…?“.

Mit dem bewussten Wahrnehmen deines inneren Kritikers wird er meist schon etwas leiser werden.

Fazit:

Trotz der äußeren nicht leichten Umstände, hast DU die Chance dein Leben selbst zu gestalten und nach und nach dahin zu verändern, wieder mehr Energie und Freude zu entwickeln!

Ich kenne keinen einzigen Menschen, der ad hoc alle die oben genannten Fähigkeiten besitzt. Es ist ein Prozeß……..und DU schaffst das!

Und was ist mit dem Thema Beziehungen, Liebe und Sexualität?

Ich finde, dass ist nicht nur für Paare wichtig, sondern auch für Singles. Mittlerweile kenne ich einige sehr gute Blogger die dir garantiert wertvolle kostenlose Inhalte zu diesen Themen anbieten. Sie haben genauso wie ich die Frage: „Was war deine wichtigste Beziehungserfahrung“ beantwortet.

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Dazu gehören:

Ich freue mich, dass du bis zu dieser Stelle gelesen hast und das zeigt mir, dass es interessant war.

Hinterlasse mir sehr gerne einen Kommentar und teile diesen Artikel.

Alles Liebe und Gute

Alexandra

20 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hi Alexandra,

    danke dir für deinen Beitrag – ist super umfangreich und nützlich geworden finde ich! 🙂

    Sogar ich als Mensch ohne Kinder nehme was mit: Ich muss Perfektion loslassen. Eine Trainerkollegin (15 Jahre Management-Erfahrung in internationalen Konzernen und promoviert) meinte letztens zu mir:

    „Perfektion ist unprofessionell“

    Recht hat sie, finde ich. Auch und vor allem im Privatleben! Es reicht, es gut zu machen…

    LG, Nils

    1. Hi Nils,

      eine sehr gute Aussage von deiner Kollegin. Man ist auch mit Fehler (besser Erfahrungen) liebenswert. Mein Lieblingssatz lautet: Fange an, bevor du bereit bist.

      Danke für deine Blogparade!

      Liebe Grüße Alexandra

  2. Diesen Punkten kann ich gut zustimmen. Das ist ein wichtiger Prozess. Vor allem das Thema für sich selbst zu sorgen. Und den Anspruch nach Perfektionismus und Stärke zeigen, aufgeben.
    Das durfte ich nach meinem Burn-Out lernen. Und ja manchmal bin ich erschöpft und kann nicht alles erfüllen. Heute kann ich das besser akzeptieren. Nur das mit dem Hilfe und Unterstützung erhalten, da hapert es manchmal noch.

    Aber wie gesagt, nobody is perfect 😉

    Liebe Grüße
    Silke

    1. Liebe Silke,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Wenn ich einen perfektionistischen Anspruch hätte, gäbe es diesem Blog nicht. Und auch ich habe noch einiges zu lernen! Aber es lohnt sich dran zu bleiben!

      Alles Gute Alexandra

  3. Liebe Alexandra,

    ich stimme dir voll und ganz zu. Das betrifft nicht nur Alleinerziehende. Ich beobachte ganz viele Menschen in „normalen“ Familien, die auch nicht glücklich sind und die sich in genau diesen Punkten von glücklichen Menschen unterscheiden.

    Ohne Partner ist die Herausforderung viel größer, das ist mir klar. Doch um unser Mindset dürfen wir uns ALLE kümmern :-). Jeden Tag.

    Herzlichst
    Melanie

    1. Liebe Melanie,

      dass sehe ich auch so, dass viele von den beschriebenen Punkten auf eigentlich viele zutreffen können. Es gibt Tage, da geht es gut und andere Tage sind einfach eine Katastrophe….aber so ist es nun einmal!

      Beste Grüße Alexandra

  4. Liebe Alex!

    Obwohl ich noch keine Kinder habe, mag ich diesen Artikel sehr!

    Und finde es fantastisch wie viel Elan und Mut alleine durch deine Zeilen ankommen.

    Danke für die wieder mal tollen Metaphern und die bewegenden Zitate 🙂

    Alles Liebe, Michaela

  5. Liebe Alexandra, danke für deinen mutmachenden Artikel. Bereits einige Jahre lebe ich in dem beschriebenen Prozess und bin damit sehr gewachsen. Am schwierigsten war für mich, Hilfe auch von Beratungsstellen in Anspruch zu nehmen. Dank der Bestärkung meiner Freundinnen kann ich es heute und merke, dass es mich sehr erleichtert, wenn ich nicht alle Themen selber lösen kann und muss. Alles liebe für dich und deine Kinder! Cornelia

    1. Liebe Cornelia,
      vielen Dank für deinen Einblick.Ja, es ist nicht einfach andere um Hilfe zu bitten. Und doch ist es so notwendig in bestimmten Zeiten, um bei Kräften zu bleiben.
      Ich wünsche dir auch alles Gute.
      Viele Grüße Alexandra

  6. Liebe Alexandra, toll wie du es wider mal zusammen fasst.
    Ich finde es wichtig auch mal eine Herz-Entscheidung zu treffen (gilt auch für alle), zum Beispiel ein gutes Coaching in Anspruch zu nehmen, was die Verwirrung löst, mal zum Heilpraktiker oder Shiatsu um den Körper wieder zu spüren. Dinge, die einem gut tun, machen! Und davon gibts so viele Sachen, die um dich rum sind. Wichtig ist die Entscheidung dazu! Ich habe eine Kur gemacht und dann meine Erfahrung mit der Trennung in meinem Blog verarbeitet, Meditationen und einen Onlinekurs dazu konzipiert.
    …Und meine Tochter spielt am liebsten mit mir „schlafen“, die Kleinen wissen auch was Mami oder Papi gut tut. Positiv denken.

  7. Hallo,

    ich hab Deine Texte schon länger abonniert.
    Danke für die Inspiration!

    Bei keinem Deiner Beiträge aber habe ich so intensiv wie bei diesem hier gedacht, dass man Alleinerziehend auch einfach durch Mutter oder Mensch ersetzen könne. Er wäre immer noch gültig 🙂

    Mir helfen diese Überlegungen sehr!

    Besten Gruß
    P

  8. Hallo Alexandra,

    ich bin zwar nicht alleinerziehend, doch finde ich mich auch in vielen Punkten wieder.
    Ich habe ziemlich dicht hintereinander zwei Kinder bekommen und war nicht selten überfordert. Das zweite wird ja doch oft nicht so ruhig und entspannt wie das erste. 😉
    Vorher bin ich mehr oder weniger „peacig“ durch die Welt spaziert.
    Das wurde nach und nach weniger. Gerade das großzügige Aussortieren des Bekanntenkreises halte ich für wichtig. Und das Wissen, dass man nicht immer und zu jedem nett sein muss.

    Liebe Grüße
    Rosa

  9. „Schuld ist Klebstoff, um alte Muster oder Beziehungen nicht zu verlassen.“

    Toll beschrieben!

    Und ich glaube, Punkt 2 ist einer der schwerwiegendsten Faktoren. Wenn uns gewisse Freunde oder der Partner Zuneigung geben, dann finde ich es besonders (in sowieso schon anstrengenden persönlichen Phasen) wahnsinnig schwer, diese soziale Wärme und Anerkennung gehen zu lassen, selbst wenn sie sich nur unter großem Druck und ständiger Unterjochung (schönes Wort!) des eigenen Selbstwertgefühls erhalten lässt. Aber irgendwann müssen wir wohl alle mal lernen, NEIN zu sagen…

    Eine schöne Liste, auch für nicht-Alleinerziehende 🙂

    Liebe Grüße,
    Arne

  10. Liebe Alexandra,

    ich stimme allen genannten Punkten zu – und ich gehöre zu den sehr zufriedenen Alleinerziehenden – , möchte aber noch einen Punkt ergänzen:

    Zufriedene Alleinerziehende sehen auch die positiven Aspekte ihrer Situation und nutzen sie.

    Ja, es ist anstrengend, alles „alleine“ zu machen. Aber:

    – Die Beziehung zu den Kindern wird viel enger.

    – Man selbst wächst enorm an der Aufgabe und setzt viele unerwartete Energien frei. Das stärkt das Selbstbewusstsein enorm.

    – Das Zusammenleben zuhause ist harmonischer (denn normalerweise war die Beziehung ja vor der Trennung zumindest eine Zeit lang nicht besonders harmonisch) und es kehrt Ruhe ein.

    – Es eröffnen sich ganz neue Perspektiven. Der „Zusammenbruch“ der bisherigen Lebensplanung ist zwar erstmal ein Schock und schmerzhaft, aber er bietet eben auch die Möglichkeit, die Zukunft komplett neu zu denken, Wege einzuschlagen, die vorher nicht möglich waren.

    – Man hat die Chance auf eine bessere Beziehung. Heutzutage ist der Status „Alleinerziehend“ kein Manko mehr in Bezug auf mögliche neue Partner. Und dieser neue Partner kann stärken, helfen, auch für die Kinder da sein, etc.

    – Falls der andere Elternteil die Kinder manchmal zu sich nimmt, eröffnen sich neue Freiräume, die man für sich nutzen kann und sollte: Neue Hobbys und Aktivitäten starten, Freunde mal wieder ganz in Ruhe treffen, Ausgehen und Spaß haben, Kurztrips mit Freunden, Wellnesstage, etc. etc. Bloß nicht zuhause verkriechen!

  11. Vielen Dank für den Artikel – ich bin auch alleinerziehend und finde mich in vielem wieder. Ich bin tatsächlich eine zufriedene Single Mama und das Beherzigen vieler Punkte auf dieser Liste (ich sage nur: Perfektion – Haushalt *haha) hilft mir dabei. Ich wünsche mir das alle Alleinerziehenden den Gedanken annehmen können, dass sie zufrieden, ja sogar glücklich sein können – auch wenn ihre Familienkonstellation nicht der geplanten entspricht. Und Katrin Kommentar stimme ich zu.

  12. Schöner Artikel. Meine Mutter hat mich alleinerziehend aufgezogen seit dem ich 12 war. Sie war zunächst niedergeschlagen nach der Trennung aber nach einiger Zeit sehr froh es meinem Vater nicht mehr gerecht zu machen und keine Rechenschaft ablegen zu müssen. Für mich war es eine sehr schwere Zeit. Ich habe sehr viel in mich hineingefressen und sehr viel aufgestaut weil ich meine Mutter nicht sagen wollte wie sehr mich das verletzt. Bitte vergesst nicht eure Kinder und fragt öfter nach als 1x ob alles okay ist!

  13. Liebe Alexandra,
    so wie es Katrin beschreibt, erzählt es mir meine Cousine auch immer wieder.
    Klar wünscht sich so eine Situation niemand oder plant sie, aber sie meint auch, dass vieles einfacher geworden ist, seitdem das „dritte Kind“ ausgezogen ist.
    Aus solchen Aussagen nehme ich meine Kraft, nur dass ICH in dem Fall die Verlassende bin.
    Leider sehe ich auch da das Problem:ich bin nicht die arme, bemitleidenswerte Verlassene, die Hilfe benötigt, sondern die Dumme, die selbst an ihrer
    Situation schuld ist und jetzt mal zusehen kann, wie sie fertig wird.
    Klar gibt es auch viele Verlassene,denen vorgeworfen wird, sie seien selbst Schuld, wenn sie verlassen wurden.Ist aber eher seltener, oder?
    Auf jeden Fall liegt in meinem Fall für mich deswegen die Hemmschwelle weitaus höher, um Hilfe zu bitten, aus Angst um Ablehnung, da ich ja im „Unrecht“ bin. Zudem ich nicht wirklich viele Anlaufstellen habe.
    Meine Eltern sind auch nicht gerade begeistert von meiner „Aktion“(auch wenn es mir damit besser geht!andere Generation halt…), da kann ich auch nicht wirklich auf große Hilfe hoffen. Habe auch das Gefühl, sie sind zu sehr mit ihrem eigenen Leben und Rumgewurschtele beschäftigt, als dass ich das „verlangen“ könnte. Also was soll ich sagen?Ich MUSS da wohl mehr oder weniger alleine durch.
    Solange die Kinder und ich gesund sind ist ja auch alles ok und erträglich.
    Ich habe einen guten Job und dementsprechend nicht die riesigen Geldsorgen, die viele Alleinerziehende haben. Klar bin ich angewiesen auf eine regelmäßige Unterhaltszahlung, sonst wird es schon ein bisschen eng. Aber da ich auch vorher nie verschwenderisch gelebt habe, wird es wohl gehen.
    Die Frage ist ja, wie der AG es mitmacht, wenn die Kinder ständig krank sind, wie es letzten Herbst/Winter der Fall war. Da war ich aber gottseidank noch zu Hause.
    Naja, ich bin ja geborene Pessimistin, es kann ja nur besser kommen, als ich es mir vorstelle(wenn ich so denke, bin ich aber doch Optimistin, oder?).

    LG SilkeAusL

  14. Hallo, ich bin alleinerziehender Vater, fast 40, meine Tochter ist 10.
    Die Probleme die Sie da ansprechen habe ich alle so nicht und ich frage mich immer wieso andere überhaupt so ticken?!
    Also warum so viele Menschen glauben, das „Leistung“ wichtig ist. Ich bin nach Abitur und Zivildienst aus Überzeugung Krankenpfleger geworden und habe nicht wie alle meine Freunde studiert, weil ich dem Wettbewerbs- und Leistungsgedanken in der Gesellschaft schon früh nichts abgewinnen konnte. Der Beruf hat mich viele Jahre sehr zufrieden gemacht, auf Geld habe ich nicht geachtet. Mittlerweile mache ich etwas anderes und bin viel weniger zufrieden, trotz mehr Freizeit und Geld. Eine Rückkehr in den Beruf scheidet aber aus, da mir die freie verfügbare Zeit für meine Tochter dann doch das wichtigste ist.
    Zum Artikel: finde ich grundsätzlich gut, aber wer ist so „dumm“ zu glauben er schaffe alles alleine? Diese Selbstüberschätzung ist maßlos.
    Ich bin noch nie, in keinem Kontext auf die Idee gekommen, das schaffe ich Alles alleine.
    Ach doch warten Sie, beim Toilettengang behaupte ich das (noch!) 🙂
    Alles was sie zu Recht anführen trifft nicht nur auf Alleinerziehende zu, sondern auf all diejenigen, die nach dem gegenwärtigen Missverständnis von Harmonie und Leistungsgesellschaft leben und sich dabei hochgradig vernetzt von geschönten Tatsachen und falschen Vorbildern aus den Medien mit „den Anderen“ vergleichen.
    „Wer sich an seine fest geprägten Gefühle hält und sich danach richtet, der ist mit sich immer im Reinen. Was braucht der sich auf anderer Erkenntnisse zu verlassen?“
    Zhuangzi
    Das Problem ist, das sich kaum jemand Zeit nimmt wirklich zu fühlen und in sich hinein zu hören. Das ist wiederum dem Irrglauben und den Leitsätzen der Leistungsgesellschaft geschuldet:“Nur was effektiv wächst ist gut.“
    Aber:
    „Die Natur eilt nicht und doch wird alles erreicht.“ Laozi
    Besinnt euch auf ein natürliches Maß und fragt euch was ihr wirklich benötigt.
    Die erste Frage die sich jeder stellen sollte ist: Wie wichtig ist es für mich mich zu langweilen?
    Wahrscheinlich werden 99% sagen das Langeweile schädlich ist und sich diese sinnlos vertane Zeit nicht leisten können.
    Alleinerziehend schon gar nicht.
    Daran können Sie leicht erkennen, das sie noch viel zu lernen haben, denn ohne sich zu langweilen, ohne Ausreichend Muße werden Sie im Leben vielleicht sehr vieles erreichen, aber nichts Wesentliches, um sich selbst und ihrem eigenen Wesen und wie es in Bezug zu ihrem Umfeld und der Natur stehen muss näher kommen können. Das bedeutet sie werden nie wahre Zufriedenheit erlangen, denn Geld und Erfolg machen nicht glücklich, oder wenn nur so lange wie es da ist und das Verlangen nach echter Zufriedenheit vortäuscht.
    Jede kurzfristige Befriedigung hinterlässt Ihnen ein Loch und ein Verlangen nach mehr.
    So gerät man in einen Teufelskreis, immer weiter diese Sehnsüchte zu befriedigen.
    Wer aber wirklich zufrieden ist, der braucht das alles gar nicht und ist aus sich heraus entspannt und eben zufrieden.
    „Glück ist Selbstgenügsamkeit.“
    Aristoteles
    Viktor Frankl schrieb einmal sinngemäß,das der Mensch eine Aufgabe braucht um erfüllt zu sein, das kann die Hingabe zu einer Arbeit, aber auch zu einer Person sein.
    Wichtig ist, das sie sich selbst vergessen können, sich nicht auf sich konzentrieren, sondern auf die Aufgabe, den oder die Anderen. Uneigennützig und selbstvergessen.
    Die Buddhisten würden ich-los sagen (ich bin kein Buddhist oder stünde dem Nahe).
    Und dann stellen Sie fest: Sie sind viel mehr bei sich, als wenn sie aktiv versuchen bei sich zu sein und sich selbst bewusst etwas Gutes tun wollen, z.B. in dem sie sich eine kleine Auszeit nehmen. Denn wenn sie diese nicht als verdient wahrnehmen, drückt ihnen das schlechte Gewissen ganz unbewusst doch den Schuh. Das zweite ist das Glücklich sein einen Grund braucht, man kann nicht darauf hinarbeiten glücklich zu sein.
    Das ist paradox, so wie es paradox ist sich aktiv und geplant entspannen zu wollen.
    Sie können ja auch nicht auf Kommando lachen oder weinen.
    Sie können sich weder für das Glück noch zur Entspannung aktiv entscheiden! Wer einmal richtig darüber nachdenkt kommt hoffentlich zu dem Schluss, das das wirklich unmöglich ist. Zufriedenheit und Entspannung stellen sich ein, wenn die Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Und diese Voraussetzungen können nicht künstlich erschaffen oder aktiv und bewusst herbeigeführt werden.
    Wenn sie das tun, z.B. nehmen Sie sich am WE immer die Zeit mal eine Stunde nichts zu tun, wenn der Haushalt erledigt und das Kind beschäftigt ist, dann bringt das oberflächlich Entspannung und Sie ruhen sich auch tatsächlich aus. Aber wie entspannt sind sie wirklich? Ich vertrete die These das man entweder entspannt und entschleunigt ist, also als Wesenszug oder nur oberflächlich und kurzfristig entspannen kann, von der Grundhaltung her aber immer getrieben und z.T. gehetzt ist. Das haben wir aus meiner Sicht wieder der Erziehung in einer Leistungsgesellschaft zu verdanken. Gute Leistungen werden belohnt, schlechte bestraft.
    Kennen Sie die Art der Entspannung, wenn es ihnen wirklich sehr, sehr schlecht ging und plötzlich alles von Ihnen abfällt, weil sie sich in dieser Notlage auf das Wesentliche besonnen haben? Also Atmen, Essen, Trinken, schlafen und ansonsten alles an Ihnen wie in einem Film den sie zwar wahrnehmen, aber nicht verfolgen und nahezu gleichgültig an Ihnen vorüberzieht? Das ist Entspannung, wenn sie nichts mehr im Blick außer dem Wesentlichen haben und das Schicksal, in diesem Beispiel ein schweres, unveränderliches und nicht zu beeinflussendes akzeptiert und angenommen haben.
    „Jeder weiß wie nützlich es ist nützlich zu sein, aber niemand weiß wie nützlich es ist unnütz zu sein.“
    Zhuangzi
    Jemand der in Muße leben kann und keinen Ehrgeiz kennt, jemand der ein gesundes Maß gefunden hat auf äußere Umstände zu reagieren, ohne dabei in übereifriges Tun und Wollen zu verfallen, ist ausgeglichen und zufrieden, genügsam und demütig und hat sein Schicksal angenommen. Das wäre dann der Punkt 5 im obigen Artikel.
    Ich frage mich wirklich warum so viele Menschen nicht zu diesen wesentlichen Erkenntnissen vordringen und sie umsetzen und sich mit Problemen herumschlagen, die eigentlich keine sind und so wenige Menschen sich wirklich erkennen und ihren Rhythmus finden.
    „Erkenne dich selbst.“
    Niemand wurde geboren, um glücklich zu sein.
    Niemand wurde geboren, um erfolgreich zu sein.
    Niemand wurde geboren, um perfekt zu sein.
    wir wurden geboren, um zu leben und zu leben bedeutet seinen Platz in der Natur zu finden, seine Fähigkeiten zu entdecken und eine Aufgabe zu finden, die er gemäß seiner Fähigkeiten übernehmen und bewerkstelligen kann.
    Und es gehört dazu dabei zu scheitern, es gehört dazu dabei ineffektiv zu sein.
    Harmonie bedeutet das sich Erfolge und Misserfolge die Waage halten, das sich Lachen und Weinen die Waage halten, denn wer nur gewinnt, der weiß den Erfolg bald nicht mehr zu schätzen und verliert das rechte Maß, um noch erfolgreicher zu werden, sich zu übertreffen. Das geschieht leider sehr oft auf Kosten anderer.
    Wer sich selbst zu übertreffen versucht ist ein eitler Narr oder Narzist und wird Notgedrungen scheitern.
    „Unser Leben ist endlich, das Wissen ist unendlich. Mit dem Endlichen etwas Unendlichem nachzugehen, ist gefährlich.“
    Zhuangzi
    Ohne anzuerkennen das Harmonie bedeutet das sich alles die Waage hält ist kein echtes, nachhaltiges Wachstum möglich und alles gerät aus den Fugen. Schauen Sie aus dem Fenster, die Menschen, mich eingeschlossen, versuchen überall und immerzu mehr zu sein als sie sind und der einzige Grund dafür liegt in unserer Bewusstwerdung durch die wir einen echten Bezug zur Natur mehr haben und nach E. Fromm aus ihr heraus transzendiert sind.
    Würden wir ausreichend geliebt und gefördert werden, würden wir zufrieden sein können, dann würden wir auch nicht um jeden Preis versuchen Aufmerksamkeit zu erlangen und Dinge tun, die weder natürlich noch angemessen sind.
    In diesem Sinne wünsche ich allen, das sie die o.g. Punkte beherzigen. Ich tue das schon sehr lange und bedauere es wirklich das es überhaupt gesagt werden muss und so viele Menschen abekommen sind von sich selbst.

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