Bist du alleinerziehend und hast eine Depression? Meine 10 Tipps für dich

depression alleinerziehend

„Irgendwie geht es mir nicht so gut. Ich bin total erschöpft und komme auch nicht mehr aus dem Bett. Wie soll ich das bloß noch alles mit meinem Kind schaffen. Arbeiten, einkaufen und, und, und. Ich kann nicht mehr. Lasst mich doch alle in Ruhe. Ich muss da jetzt allein durch.“

Diese Sätze und so ähnlich höre ich oft. Ein Satz gefällt mir so gar nicht!

Ich muss da jetzt allein durch.

Seitdem mein Buch erschienen ist, kommen immer mehr soziale Einrichtungen auf mich zu und berichten mir über Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit den Alleinerziehenden. Ein Hauptproblem ist die emotionale Erschöpfung vieler Frauen und die Kraft das Leben wieder in die Hände zu nehmen ist nicht da.

Meine persönliche Erfahrung ist mittlerweile, dass viele Frauen ihre Erschöpfung nicht ernst nehmen und mit Sätzen abtun wie:

„Was soll ich denn tun. Wenn ich es nicht mache, dann macht es sowieso keiner.“

„Ich muss mich durchkämpfen.“ 

„Es interessiert doch niemanden, was mit uns ist. Ich muss da durch.“

Dazu kann ich sagen: Ja, das stimmt. Niemand wird kommen und dir dein Leben richten. Das ist deine Aufgabe, ABER dazu musst du erstmal fähig sein!

Oft wird ein Zustand als Erschöpfung oder Burnout beschrieben und dabei ist es eine Depression.

Wenn du depressiv bist, dann wird der Alltag mit deinem Kind zur Qual.

Meine Motivation 

Ich habe vor über 2,5 Jahren dieses Projekt gestartet, da es nicht sein darf, dass viele Alleinerziehende eine Depression entwickeln. (Siehe Daten des Robert Koch Instituts)

Ich möchte ein Bewusstsein für diese Problematik schaffen, da die Gesundheit die Basis ist, um sich angemessen um das Kind zu kümmern, einem Beruf nachzugehen usw.

Woran erkennst du eine Depression?

Obwohl es überall nachzulesen ist, möchte ich die Symptome auflisten und ergänzend auf eine Seite verlinken, wo du am Ende einen kurzen Test machen kannst.

Über einen Zeitraum von zwei Wochen können folgende Symptome vorhanden sein:

  • Niedergeschlagenheit
  • anhaltende Traurigkeit
  • Ein Gefühl der Gefühllosigkeit. Du fühlst dich taub.
  • Verlust von Freude und Interesse. Das kann all deine Lebensbereiche betreffen.
  • Weniger Antrieb, Müdigkeit, keine Energie. Jede Tätigkeit fällt dir schwer. Aufstehen, dein Kind fertig machen, Essen vorbereiten, mit dem Kind spielen.
  • Deine Konzentration und Aufmerksamkeit lässt nach.
  • Dein Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl ist im Keller.
  • Du gibst dir vermehrt die Schuld.
  • Du denkst nur noch mit Grauen an die Zukunft.
  • Du grübelst viel. Besonders nachts bist du aktiv.
  • Dein Schlaf ist aus dem Rhythmus. Du kannst nicht einschlafen oder durchschlafen.
  • Du hast zugenommen oder abgenommen. Dein Essverhalten hat sich verändert.
  • Du hast dich von Freunden zurückgezogen.
  • Du kannst dich schlecht entscheiden.
  • Du hast mehr Ängste als früher.
  • Du fühlst dich innerlich unruhig.
  • Du hast lebensmüde Gedanken oder machst sogar Pläne und wünscht dir Ruhe.
  • Du hast viele körperliche Beschwerden, wie Kopfschmerzen, Schwindel, Verstopfungen etc.)

Was kannst du tun?

Wenn du in dem Test und bei dem ersten Blick auf diese Liste den Verdacht hast, dass es eine Depression sein könnte, dann ist es das Wichtigste, dass du dir professionelle Hilfe holst. Freunde und Familie sind auch wichtig, doch sie haben nicht die notwendige Distanz und das Wissen, um alles auffangen zu können.

Eine Depression ist eine Erkrankung und genauso ernst zu nehmen wie körperliche Beschwerden. 

Eine Depression alleine zu bewältigen ist keine gute Idee. Die wichtigsten Behandlungsmethoden sind eine Therapie und ggf. auch eine Medikation.

Aus meiner täglichen Arbeit weiß ich, wie schwierig es ist immer die richtige Hilfe zu bekommen. Bleibe dennoch am Ball. Eine zeitnahe und passende Behandlung ist als Alleinerziehende dringend notwendig.

Wo findest du Hilfe?

Diese 10 persönlichen Empfehlungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das sind meine Tipps an dich.

#1

Gehe zu deinem Hausarzt und frage nach einem Psychotherapeuten oder Psychologen in deinem Umkreis.

#2

Bitte falls möglich um eine Überweisung zu einem Psychiater. Viele Hausärzte übernehmen auch die Versorgung. Doch falls es einen Facharzt gibt, dann nutze es.

#3

Falls sich niemand finden lässt, dann nehme Kontakt zu deiner Krankenkasse auf. Schildere Ihnen deine Sorge und bitte um Unterstützung. Die Krankenkassen möchten, dass ihre Versicherten arbeitsfähig bleiben. Immer mehr Krankenkassen habe eigene Berater, die ihre Versicherten unterstützen.

#4

Telefoniere die Psychotherapeuten und Psychologen in deinem Umfeld ab. Sprich ihnen auf den Anrufbeantworter und sage:

Schönen Guten Tag, mein Name ist……. Ich habe Interesse an einem Erstgespräch bei Ihnen in der Praxis. Ich glaube ich habe eine Depression und ich möchte  für mich und mein Kind wieder gesund werden. Ich freue mich über ihren Rückruf.“

Genau das machst du bei 5-10 Therapeuten. Sie werden dir Wartezeiten von 3 Monaten bis 1, 5 Jahren zurückmelden. Deine Antwort wird sein:

„Ja, das ist mir klar. Mir ist es jedoch sehr wichtig und möchte einen Weg finden gesund zu leben. Ich bin bereit etwas zu verändern.“Der Therapeut wird deine Motivation schätzen und sich an dich erinnern. Glaube mir!

#5

Falls du die Chance hast, sehe dir 2-3 Therapeuten an und schaue, wo du sich am wohlsten fühlst.

#6

Weitere Unterstützung auf diesem Weg kannst du auch in den sozialen Einrichtungen in deiner Umgebung erfragen. Dazu zählen u.a. der Kinderschutzbund, die Erziehungsberatungsstellen, Elternschulen und kirchliche Träger (Diakonie, Caritas).

#7

Für Notfälle ist die Telefonseelsorge eine wichtige Nummer.

#8

Falls du lebensmüde Gedanken hast, dann wende dich bitte immer an die nächste Notaufnahme oder wähle die 112. Dieser Fall ist vergleichbar mit einem Herzinfarkt oder Schlaganfall und du brauchst sofort Menschen, die sich um dich kümmern.

#9

Gebe nicht auf. Rufe immer wieder überall an und bekunde deinen Wunsch nach Hilfe.

#10

Du schaffst das! Wenn du es in dem ersten Moment noch nicht für dich tun kannst, dann tue es für dein Kind bzw. Kinder. Denke immer daran, dass eine Depression gut behandelbar ist und keine alleinerziehende Mutter bzw. Vater im Jahr 2016 allein da durch muss.

Warum treten Depressionen bei Alleinerziehenden vermehrt auf?

Natürlich gibt es auf diese Frage keine einfach und kurze Antwort. Dennoch möchte ich hier ein Modell von Lewinsohn kurz vorstellen.

Die Annahme ist, das eine geringe Rate an positiver Verstärker = Belohnungen eine Depression auslösen und aufrechterhalten kann.

Als Alleinerziehende fallen in vielen Lebensbereichen die positiven Verstärker weg. Dieser Wegfall an Belohnungen führt zu einer schlechteren Stimmung, weniger Aktivitäten und der Rückzug nimmt zu.

Wegfall von positiven Verstärkern (Belohnungen):

  • weniger Geld (Steuerbelastung)
  • weniger Erholungszeit
  • von Freundschaften
  • Verlust von Nähe, Liebe und Geborgenheit
  • keine Anerkennung vom Partner
  • wenig Verständnis aus dem Umfeld
  • keine politische Anerkennung als Familienform
  • Umzug
  • Verlust des Arbeitsplatzes

Da wir auf viele dieser Verluste unmittelbar keinen Einfluss nehmen können, ist in der Therapie einer der wichtigsten Fragen:

„Wie kann ich trotz dieser Umstände es schaffen, mich SELBST jeden Tag zu belohnen und Dinge zu tun, die mir wichtig sind? “

„Oder tue ich nichts, um mich SELBST zu belohnen und erfülle nur noch meine Pflichten, die keinen Erfolg auf eine Belohnung haben?“

Wozu ist es gut, dass du dir Hilfe holst?

Mein erster Gedanke ist immer: Für dein Kind. Kinder fühlen sich für ihre depressiven Eltern über verantwortlich und übernehmen Aufgaben, die sie nicht zu übernehmen haben. Unsere Kinder sollen Kinder sein dürfen und sie brauchen die Sicherheit, dass Mama und Papa gut für sich sorgen.

Im ersten Jahr nach meiner Trennung war ich oft ratlos und hatte kein Plan wie mein Leben weitergehen sollte.  Und das trotz all meiner beruflichen Erfahrungen! Meine Kinder spürten das natürlich. Ich bekam einen guten Tipp und sagte zu meinen Kindern:

„Mama geht regelmäßig in eine Schule (Der Kinderschutzbund war das damals ;)), wo sie lernt, was man tun muss, um besser mit dieser neuen Lebenssituation umzugehen. Ich lerne viel, da könnt ihr euch sicher sein.“

Dieser Satz wirkte beruhigend auf meine Kinder.

Fazit:

Meine Bitte an dich ist: Hab den Mut, dich bei einer Depression professionell von einem Arzt und/oder Psychotherapeuten unterstützen zu lassen. Damit handelst du eigenverantwortlich und vorbildlich für dein Kind.

Denn nur wenn es dir gut geht, geht es auch deinem Kind gut!

Solltest du noch nicht ganz überzeugt sein, dann empfehle ich dir mein Buch, in der Hoffnung dich ein erstes Stück unterstützen zu dürfen.

Danke, dass du bis zum Ende gelesen hast!

Alles Liebe und Gute

Alexandra

Bildquelle Fotolia

28 Kommentare

  • Ich befinde mich bereits in meiner dritten Depression, allein Alleinerziehend mit Zwillingen, einer davon mit Down Syndrom. Ich schreibe bewusst allein Alleinerziehend, weil ich der Meinung bin, dass hier noch zu wenig differenziert wird. Ich sehe. Einen großen Unterschied darin, ob es einen Vater und dessen Familie gibt, der die Kinder jedes zweite Wochenende zu sich nimmt, finanziell und in der Verantwortung beteiligt ist oder eben nicht. Für dich selbst zu sorgen und die Kraft für die bitte nach Unterstützung aufzubringen ist schwer. Wir haben bei den Jugendämtern um Hilfe gebeten, aber es ist extrem willkürlich, da es keine gesetzliche Grundlage gibt. In Köln wurde uns nach einem Gesetz geholfen, in Heidelberg war die Auslegung des Gesetzes eine andere und wir bekamen keine Hilfe. Erschwerend kommt hinzu, dass für mein behindertes Kind nicht das Jugendamt, sondern das Sozialamt zuständig ist und die Behörden sich hier gegenseitig die Verantwortung zuschieben und letztlich nichts passiert. Es fehlt eine Lobby für uns in der Politik. Ich kann nicht verstehen, warum diese Zielgruppe von den Parteien nicht erkannt wird, denn hier gibt es viel Potential. Leider sind viele von uns so ausgelaugt, dass sie keine Kraft für ein Engagement haben. Mir fehlt manchmal die Kraft mir abends was zu essen zu machen oder die Zähne zu putzen, wenn die Kinder im Bett sind. Als versicheringsmathematikerin bin ich mir des demographischen Problems, das wir haben sehr bewusst, umso mehr ärgert es mich wie wenig Wertschätzung es für Mütter gibt. Ich arbeite Vollzeit, weil es in meiner Position wenig Möglichkeiten zur Teilzeit gibt und ich Angst vor der Altersarmut habe. Es gibt wenig zentrale Anlaufstellen und auch hier kommt es auf den Sozialarbeiter und seinen Kenntnisstand an. Ich hatte Leute, die sagten, es steht Ihnen nichts zu und welche, die für Unterstützung gesorgt haben. Die Jugendämter kontrollieren häufig statt zu helfen und schüren Angst, do. dass viele sich nicht trauen um Hilfe zu bitten aus Angst man würde Ihnen die Kinder wegnehmen. Es ist ein Teufelskreis. Für mich fehlt eine zentrale Behörde für die Unterstützung der Mütter. Ich bin sehr dankbar für Ihre Tipps. Dennoch denke ich, es wäre gut, wenn wir uns bundesweit vernetzen und organisieren würden. Haben Sie hier Anlaufstellen? Wenn es das nicht gibt, würde ich gern so etwas aufziehen, würde dafür aber Unterstützung benötigen. Wer wäre bereit?
  • Ich bin alleinerziehender Vater und ebenfalls totunglücklich mit fast allem, nur das mein Kind wieder bei mir ist - 5 Jahre Entzug nach China und seit ca. 1,5 Jahren wieder bei mir macht mich.... glücklich? Sagen wir es beruhigt und ich fühle mich ab und zu gebraucht. Ich liebe mein Kind sehr, ich bin auch nicht mit meinem Kind überfordert, aber mit allem drum herum. Arbeit habe ich gewechselt, macht mich nur noch fertig, würde ja gerne wieder als Krankenpfleger arbeiten, als bescheidene Projekte und IT Unsinn. Gesellschaft, Politik, alte Freunde... ich finde mich da nicht wieder. Was ich anpacke, um mir selbst etwas Spaß zu gönnen geht schief. Urlaub? kann ich mir nicht wirklich leisten. Schlaf? kaum. Ich habe noch 2 Hunde und fühle mich ständig gefordert. Ich blocke aber fast alles, ich mache aus Trotz oder Reaktanz gar nichts mehr freiwillig. Ich habe unglaubliche Magenprobleme, schlafe die halbe Nacht nicht.
    Frauen interessieren sich nicht für mich: alt, dick, alleinerziehend, aber ich muss auch sagen mich interessieren diese aufgedrehten, exaltierten, sich ständig mit Persönlichkeitsentwicklung, Zielen, Träumen, Reisen beschäftigenden Frauen nicht.
    Die Leistungsgesellschaft und das ganze Geheuchel ist unerträglich. Überall Krieg, Rechtspopulismus, jo seit gestern haben wir sie im Bundestag, herzlichen Glückwunsch. Ich habe angeblich nen guten Job, ich kann mir aber nichtmal ein separates Schlafzimmer leisten, ich lebe mit meinem Kind wie in einer WG, jeder hat sein Zimmer. Ich bräuchte ne neue Küche, die alte ist so braun und altbacken wie das Gedankengut der Spaziergänger in Dresden.
    Und was macht ein Mann, damit das anerkannt ist, das es ihm schlecht geht.
    Ich höre immer nur: reiß dich halt zusammen, bist du ein Mann oder eine Memme?
    Memme! Na und!
  • Du bist keine Memme! Du stehst deinen Mann! Ich bin selbst von Depressionen betroffen, nicht erst, aber auch, seit ich alleinerziehend bin, geholfen haben mir Therapeuten, Psychiater und auch eine Ärztin beim Kinderschutzbund und sicher nicht, der Hinweis “Reiß dich zusammen!“! Ich wünsche dir, dass wieder Farbe in dein Leben kommt!
  • Drehe an kleinen Rädchen. Kleine Veränderungen, schritt für schritt. Fixiere deine Ziele und geh sie nacheinander an. So kannst du sie erreichen! 👍🏼✌🏼💪🏼
  • Alles ganz tolle Tipps für Mütter, die noch Kraft haben. Für mich sind das völlig utopische Vorstellungen. Es gibt hier keinen Therapeuten, der in diesem Jahr noch Termine frei hat. Mein Hausarzt zuckt mit den Schultern. Zu meinen schweren Depressionen kommen 24/7 chronische Schmerzen, ständige Müdigkeit und ein nie endendes Gefühl völliger Erschöpfung. Ich lebe 500 km von meiner Familie entfernt, ganz allein, ohne Freunde, ohne Familie, ohne Mann. Jede Bewegung tut weh, jede Erledigung ist ein Gewaltakt, jedes Telefongespräch, jeder Termin verursacht Panik. Tipps, was mir helfen würde, sind ganz toll, aber wie ich das alles jemals schaffen soll, weiß keiner. Mutter-Kind-Kur wird mir geraten. Ganz toll, wie soll ich die Organisation schaffen, woher soll ich das Geld für den Eigenanteil nehmen? Für mich völlig realitätsfern und unerreichbar.
    Nun kommst du und belehrst mich, dass ich nicht versuchen soll, es allein zu schaffen, doch die Hilfe zu organisieren ist mir überhaupt nicht möglich. Es interessiert NIEMANDEN, das IST so. Ich habe das Gefühl, mein Leben ist längst vorbei. Ich versuche für meine Kinder alles noch so gut und so lang es geht irgendwie zu schaffen und überlege, wo sie hinkommen sollen, wenn ich nicht mehr bin. Denn ich bin nicht bereit, noch zwanzig Jahre so weiterzuleben, das kann niemand von mir verlangen, das ist unmenschlich.
  • Notfalleinweisung durch den Hausarzt in eine gute psychosomatische Klinik kann ein Anfang eines anstrengenden, aber lohnenswerten Weges sein. Es war mein Weg, als ich da stand, wo du jetzt stehst! Alles gute! 🍀
  • Hallo
    Ich bin Mutter einer 7 jährigen Tochter und Alleinerziehende seit ihrer Geburt. Bis seit ein paar Monaten war mein Leben einigermaßen ok. Ich arbeitete, hatte Unterstützung meiner Eltern während ich arbeitete und war einigermaßen Glücklich. Doch leider verlor ich meine Arbeit und deshalb entschloss ich mit meiner Tochter nach Deutschland zu ziehen. Und ich fühle mich jetzt komplet verloren, hilflos und alleine. Ich bin hierher gezogen ohne nichts. Ich weiß seit einiger Zeit ich brauche Hilfe aber ich habe Angst und ich weiß nicht recht genau was zu machen da alles anders hier ist als wo ich früher lebte. Und was mich verhinder Hilfe zu suchen und ich verschiebe es immer doch meine Depression wird immer schlimmer.
  • Liebe Kerstin,

    danke für deinen Kommentar und deinen Mut hier zu schreiben. Ja, ich kann deine Angst verstehen. Weisst du was? Du darfst Angst haben UND dir trotzdem Hilfe holen. Falls du noch mehr Mut suchst, empfehle ich dir sehr gern mein Buch :)

    Bleib dran! Allein schafft das kein Mensch.

    Herzliche Grüße
    Alexandra Widmer
  • […] Kommt dann zu den schwierigen äußeren Bedingungen die Einstellung „Ich muss stark sein und durchhalten.“ dazu, dann ist der Weg frei für ein Burnout, eine Angststörung oder Depression. […]
  • Vielen herzlichen Dank Alexandra, ich freue mich jedesmal wieder von Dir zu lesen!

    Bei mir wurde 2006 eine Depression diagnostiziert, damals war meine Tochter 4 Jahre alt. Ich war von Anfang an alleinerziehend ohne Unterstützung des Kindsvaters.
    Psychotherapie neben Arbeit, Haushalt, Pflichten usw gestaltete sich sehr schwierig und ich empfand es als zusätzlichen Stress mir diese Termine "freizuschaufeln". Mal abgesehen davon dass ich bei 2 sehr seltsamen Therapeuten gelandet bin, bei denen ich mich null verstanden fühlte.

    Zum Glück wurde mir 2006 und 2010 eine Mutter-Kind-Kur genehmigt, die hatten sehr gute Psychologinnen dort, von denen ich mich super verstanden fühlte!
    Wenn es auch meine Probleme nicht ganz gelöst hat, es hat mir doch sehr geholfen!

    Als Alleinerziehende habt Ihr gute Chancen eine Mutter-Kind-Kur genehmigt zu bekommen! Nutzt die Chance! Es ist ein erster Schritt in die richtige Richtung!
  • Vielen Dank für deinen Einblick. Ich wünsche dir viel Kraft weiterhin Unterstützung zu suchen.

    Herzliche Grüße Alexandra Widmer
  • Danke liebe Alexandra für diesen Post. Ich liebe deine Seite! Gerade Depression und Erschöpfung sind als Alleinerziehende allgegenwärtig und ich war sehr lange damit beschäftigt, den Status Quo aufrechtzuerhalten und nicht vollkommen unter zu gehen.
  • Liebe Carina, sehr gern. Ja dem ist so und deswegen mache ich das hier alles. Alles Gute für deine Seite. Alexandra
  • Liebe Alexandra,
    ich danke Dir für diese Seite, die ich jetzt schon eine ganze Weile verfolge.
    Leider ist es nunmal so, dass die Wartezeiten die Hemmungen, sich Hilfe zu holen noch vergrößern... Da ich nicht so lange warten wollte, habe ich den psychologischen Dienst der Caritas vorübergehend in Anspruch genommen und warte solange auf einen freien Platz
  • Liebe Judith, das finde ich super. Lass dich nicht abschrecken. Du hast ein Recht dazu, dass es dir gut geht und jeder Mensch kommt mal an seine Grenze im Leben.

    Mach bitte weiter! Alles Liebe und Gute

    Alexandra Widmer
  • Liebe Alexanda, danke für den Beitrag. Ich kann dir in puncto Hilfe holen nur zustimmen. Nachdem mein Exmann mich und meine Kinder nach 16 Jahren ohne Vorwarnung verlassen hat, habe ich mir sehr schnell psychotherapeutische Hilfe geholt. Es war das Beste, was ich tun konnte. Sie hat mich die letzten zwei Jahre begleitet, mir Mut und Hoffnung gegeben, auch mal andere Blickwinkel aufgezeigt, mich arbeitsfähig erhalten und mich bis zur gestrigen Scheidung immer wieder angehört und ernst genommen. Eine neutrale Person mit professionellem Hintergrund ist wichtig und belastbarer als manche emotional beteiligten Freunde oder Familie. Ich bin noch nicht ganz gesund, aber auf einem guten Weg und habe viel über mich gelernt, vor allem über meine Stärken.
  • Liebe Marion, ich danke dir für deine Worte und deinen Mut darüber zu schreiben. Ich kann das natürlich nur bestätigen und rufe immer wieder dazu auf, nicht allein zu bleiben.

    Alles Gute für dich und deine Familie.
    Herzliche Grüße Alexandra Widmer
  • zwei entscheidende tipps fehlen:

    1) wenn rund 5 psychotherapeuten mit kassenzulassungen absagen erteilt haben.. darf man sich einen ohne kassenzulassung suche. die haben in der regel einen freien platz..ein paar anträge und formulare ausfüllen, an die krankenkasse schicken und fertig :-)

    auf den websites der psychotherapeuten ohne kassenzulassung steht in der regel das vorgehen für die anträge auf kostenübernahme für einen psychotherapeuten ohne kassenzulassung.

    2) zentren für alleinerziehende wie beispielsweise shia e.V. bieten kurzfristige psychotherapuetische beratungen an.
  • Liebe N.,

    besten Dank dafür. Die Krankenkassen haben oft unterschiedliche Procedere. Immer nachfragen!
    Alles Gute für dich.

    Alexandra Widmer
  • Super Infos. Leider wissen die wenigsten,dass es eigentlich einfach ist zu einem Therapeute zu gehen (leider ist es oft schwer einen passenden zu finden). Eine wichtige ergänzende Info in deinem Artikel fände ich,dass so eine Therapie komplett von der Krankenkasse übernommen wird. Viele hanen ja Angst zum Therapeuten zu gehen,da sie denken es kostet viel Geld.
  • Liebe Stern, ist das so? Ok, ich achte, dass das klar ist. Ja die Krankenkasse übernehmen die Richtlinientherapien. (Verhaltenstherapie und tiefenpsychologische fundierte Therapie).

    Danke dir.
    VG Alexandra Widmer
  • Hallo Frau Dr. Widmer,
    Ich lese Ihre Seite sehr gern. Vielen Dank dafür. Sie schreiben mit Herz und Verstand und geben einem das Gefühl, dass frau nicht allein ist. Allerdings fühle ich mich auch immer ein bisschen deplatziert. Ich bin Mutter von 2 Kindern (1,5 und 3 Jahre) und ich leide unter Burn Out oder eben einer starken Depression mit körperlichen Problemen. Ich bin alleinerziehend - und auch wieder nicht. Ich habe einen Partner, der jedoch früh aus dem Haus geht und erst wiederkommt, wenn die Kinder schlafen. Ich habe keine Verwandschaft, die mich unterstützt und keine Anlaufstelle, weil ich faktisch nicht als Alleinerziehende gelte. Ich würde mich gern mit Alleinerziehenden aus meiner Stadt treffen, aber es gibt keine Netzwerkmöglicjkeit, in der ich mir nicht falsch vorkäme. In Ihrer letzten Mail schrieben Sie, dass sie 5 Wochen die Kinder hatten und danach etwas Zeit für sich. Das klingt toll! Ich hatte 3 Jahre keine Zeit mehr für mich und auch die Behandlung meiner Depression wird als Mutter-Kind-Kur angegangen. Haben Sie einen Tip, wo ich ein Netzwerk finden könnte, in dem sich Mütter unterstützen, deren Partner vorhanden, aber eben dennoch Alleinerziehende sind? Das wäre toll! Herzliche Grüße
  • Liebe Jenny,

    vielen dank für ihre Worte und den Kommentar. Ja, ich kann sie gut verstehen, dass ich ein Dilemma. Die Frage die mir jedoch kommt ist es, warum sie sich drei Jahre keine Pause erlauben können?
    Ist ein Partner nicht dazu da, die Kinder gemeinschaftlich zu versorgen? Ich weiss, dass sich viele verheiratete Frauen ebenfalls als alleinerziehend wahrnehmen. Ist mir nicht unbekannt.
    Der Unterschied ist jedoch nicht zu unterschätzen.

    Ich kenne kein Netzwerk dafür und vermute, dass viele Müttern es auch unangenehm ist? Ich weiss es nicht. Gründen sie ein Netzwerk:)
    Bin gespannt zu lesen.

    VG Alexandra Widmer
  • Ich bin ein Fan von ganzheitlicher Medizin. Körper und Geist sind eine Einheit. Ich selbst habe z.B. während der Schwangerschaft einen Vitamin D Mangel erlitten, der unter anderem auch zu depressiven Verstimmungen und Erschöpftheit führen kann. Wenn man den körperlichen Ursachen nicht nachgeht, kann man therapieren so viel man will.
  • Liebe Valerie,

    danke dir. Es ist NIE zu trennen! Wer seinen Körper schindet, dem geht es auch einfach nicht gut. Unser Körper ist der Spiegel unserer Gedanken.

    Alles Gute für dich.

    Alexandra Widmer
  • Ich hatte nach dem Abstillen auch einen ganz extremen Vitamin D Mangel. Leider wurde zu lange geglaubt, dass meine Antriebslosigkeit sich mit steigendem Vit. D Spiegel schon wieder geben wird, dass meine Erschöpfung auf die veränderte Lebenssituation, die Hormonumstellung, auf schlaflose Babynächte etc zurück zu führen währe.
    Ein halbes Jahr habe ich durchgehalten, bevor ich so zusammengebrochen bin, dass ich über 3 Monate stationär in Behandlung musste.

    Was mich immer noch zu tiefst schockiert: In meiner Heimatstadt wusste NIEMAND, dass es eine Mutter-Kind-Station in der psych. Klinik gibt. Ich habe mit so vielen Stellen, städtisch, freie und kirchliche Beratungsstellen, mit Ärzten, gesprochen und jeder sagte mir "mit Kind können sie sich nicht stationär behandeln lassen. Haben sie denn niemanden der ihr Kind betreut? Dann melden Sie sich einfach mal beim Jugendamt"
    Es war die schlimmste Zeit in meinem Leben, ich habe mich noch nie so hilflos, so überfordert und so ausgeliefert gefühlt. Keiner konnte helfen und mich hat die vergebliche Suche nach Hilfe die allerletzte Kraft gekostet, die ich noch hatte.
    Nur durch einen riesigen Zufall bin auf ein städtisches Krankenhaus in 300 km Entfernung aufmerksam geworden. Und mit noch mehr Glück wurde ich kurzfristig in der Mu-Ki Station der all. Psychiatrie aufgenommen.

Was denkst du?

© COPYRIGHT STARKUNDALLEINERZIEHEND-DATENSCHUTZ-IMPRESSUM-DISCLAIMER