Warum ich Angst vor der neuen Frau habe und wie es jetzt weitergeht

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Man muss vor nichts im Leben Angst haben, wenn man seine eigene Angst versteht. Marie Curie

Brief an die neue Frau

Hallo S.,

ich muss Dir jetzt einfach mal schreiben, weil ich sonst platze. Ich habe vorhin leider deinen Namen bei Facebook eingetippt. Und da sah ich Euch. Den Vater meiner Kinder und Dich. Strahlend beim Fasching.

Mir ist übel und mein Magen dreht sich um. Obwohl es ein paar Jahre her ist, überrollt mich eine Welle an Schmerz, wenn ich das Bild sehe.

Meine Kränkung wird wieder aktiviert. Das Gefühl es nicht wert gewesen zu sein, mit mir als Familie zu leben.

Du verbringst seit über zwei Jahren alle zwei Wochen Zeit mit meinen Kindern. Du gehst mit ihnen ins Schwimmbad, auf den Spielplatz, ins Kino und fährst mit ihnen in den Urlaub.

Ihr vier wirkt wie eine Familie.

Das tut mir weh. Besonders weh tut mir, dass Du es in der ganzen Zeit nicht einmal geschafft hast, Dich mir vorzustellen. Hallo zu sagen.

Warum nicht? Warum nur?
Ich habe meinen Ex so oft darum gebeten und das Einzige was ich zu hören bekomme: Nur mit einer dritten neutralen Person. Wahrscheinlich weißt Du auch gar nichts von all meinen Anfragen.  Ich denke, er hat Angst um dich. Angst, dass ich dich zerfleische.

Ganz Unrecht hatte er zu Beginn sicher nicht. In meinen Gedanken ist das durchaus passiert. Vor Wut und Trauer, dass Du die Wochenenden  mit ihnen verbringen kannst. Kein Mensch ahnt im ersten Moment, dass Du nicht die Mutter bist.

Da du selbst keine Mutter bist, kannst Du Dich vielleicht nicht in meine Lage versetzen. Wie das ist. Nicht zu wissen, wer diese Person ist, mit der meine Kinder Blumen pflanzen.

Weißt Du, mein Leben ist mittlerweile schön. Ich bin sehr glücklich und dankbar…..doch wenn ich daran denke, dass da etwas ist, was ich nicht kenne, kippe ich ab und an innerlich um. Bin ich verwundbar.

Jede Fahrt zu Eurer Wohnung ist immer wieder eine Herausforderung.. Meistens verdränge in den Moment alle Gefühle. Da oben ist jemand, ein Phantom, dass ich nicht kenne. Ich darf nicht mit hochkommen und muss unten im Hausflur warten, während mein Ex und unsere Kinder die Treppe hinaufsteigen.

Je mehr Zeit verstreicht, desto mehr Angst bekomme ich vor Dir. Manchmal träume ich auch von Dir. Von einer Frau, die meine Kinder umarmt, der ich kein einziges Mal in die Augen gesehen habe.

Wie es weitergehen soll, weiß ich nicht. Ich habe nicht mal Eure Festnetznummer bekommen. Deine Mailadresse gibt er mir auch nicht. Also kann ich Dir nur einen Brief schreiben.

Ich habe so eine Angst davor dich zu sehen und dennoch weiß ich, dass es keinen anderen Weg geben wird. Für meine Kinder und mich. Denn die wünschen sich nichts sehnlicher, als das sich alle verstehen.

Ich fühle mich ganz klein in diesem Moment…..ausgestoßen.

Eine Freundin fragte mich gerade, was ich am meisten befürchte:  Weinen! Schwarz auf weiß zu sehen, dass es eine Trennung gab.

Die Angst wieder etwas zu verlieren.

Obwohl es ja schon so lange Realität ist. Ich verstehe meine Angst.

Liebe S., lass uns bitte zu zweit einen Kaffee trinken gehen. Ohne eine dritte beobachtende Person. Ich möchte wissen, wie du meine Kinder wahrnimmst. Wie es für Dich ist. Und danke sagen, dass Du lieb zu ihnen bist.

Ich stelle mich meiner Angst und werde vielleicht weinen…..aber es wird vorübergehen.
Du weißt, wo du mich findest.

Viele Grüße

G.A.

40 Kommentare

  • Hallo,

    es tut gut zu wissen, dass ich mit dieser Trauer und der Wut nicht alleine bin. Auch wenn es natürlich weh tut zu lesen, dass andere Frauen leiden so wie ich.

    Grundsätzlich bin ich auch eher ein Mensch, der tolerant und offen ist und Leute mit in den Familienkreis aufnimmt, obwohl ich mir diese nicht ausgesucht habe und die ganze Situation gerade alles andere als toll ist. Ich hab schon so oft daran gedacht, zugunsten der Kinder und der Familie, über meinen Schatten zu springen und es auszuhalten, meinen Ex mit einer anderen Frau zusammen zu sehen. Aber ich kann das nicht. Einmal, weil ich noch sehr eifersüchtig bin. Zum anderen, weil die Neue mich schon mehrfach per Mail und einmal auf der Strasse vollgequatscht hat und mir unterschwellig Vorwüfe macht und Ansprüche an mich stellt, die mich jetzt gerade massiv überfordern.

    Und es ist auch für mich sehr schwer auszuhalten, dass mein Ex sehr schnell angefangen hat, wieder ein Familienleben zu leben, ohne mich. Und ich nur zuschauen kann und meinen Kindern gegenüber zumindest neutral bleiben muss, obwohl ich das alles als sehr ungerecht empfinde. Und die Frau auch null leiden kann und inzwischen aus Prinzip sehr stark aus meinem Leben raushalten will. Und dann cool bleiben, wenn die Kinder stolz mit Geschenken von ihr nach Haus kommen und ich den Kram dann dauernd ala Erinnerung an sie vor der Nase habe. Und sie meinen Ex in unserer Elternbeziehung negativ beeinflusst (und er sich beeinflussen lässt - eine weitere Enttäuschung), dann ist das ein doppelter Hohn und eine Unmöglichkeit der Abgrenzung. Ein dauerndes Stochern in der Wunde.

    Ich fühle mich dadurch sehr oft bestraft für etwas, an dem ja nicht ich alleine schuld habe. Aber er hat das scheinbar schöne Familienleben und daneben Zeit zur Beziehungspflege, während ich da Gefühl habe alles ausbaden zu müssen. Ich bin emotional und finanziell alleine für die Kinder verantwortlich - und mein Ex und seine Neue profitieren davon, ohne es wertzuschätzen.

    Rational weiss ich, dass ich auf lange Sicht positiv aus der Geschichte rausgehen werde. Meine Kinder werden mir die Stabilität danken, ich werde weiter wachsen. Die Neue wird an den gleichen Themen scheitern wie ich (Unzuverlässigkeit, Geldsorgen, Drogenmissbrauch beim Ex). Aber jetzt gerade scheint mir der Haufen manchmal unüberwindbar gross, alles zu viel. Da will ich niht noch an eine direkte Auseinandersetzung mit dem glücklichen Paar denken. Auch wenn ich weiss, dass es ein Zeichen von Stärke wäre. Aber ich mag nicht, aufgrund der Situation und wegen der Frau ganz speziell. Sie hat meine Stärke einfach nicht verdient. Ich will nur, dass sie aus meinem Leben verschwindet.

    M.
  • Liebe M. , danke für deine offenen und ehrlichen Worte. Schütze dich so lange du es brauchst, da es alles sehr verletzend ist. Ich finde das gut, richtig und groß.

    Ich bin mir sicher, dass di gestärkt und mit viel neuen Wissen über dich und auch andere Menschen auch ein schönes Familienleben haben wirst bzw. schon hast.

    Herzliche Grüße

    Alexandra Widmer
  • Angst? Wieso um Himmels Willen Angst?
    Nein! Absolut keine Angst.
    Allerdings hat der Ex die Neue 3 Jahre lang vor mir versteckt und verleugnet. Ob SIE das weiß? Ich glaube nicht.
    Und ja, ich würde ihr verdammt gerne begegnen.
    Nein, zerfleischen würde ich SIE nicht.
    Aber ich würde Ihr sagen, dass SIE in meinen Augen der letzte Dreck ist. Weil SIE einer Frau den Ehemann genommen hat, einem Zweijährigen den geliebten Vater, und einer Neugeborenen mit Behinderung den Mann, den sie als Vater sicher bei sich gebraucht hätte und braucht.
    SIE hat für mich keine Moral und keinen Anstand. SIE ist für mich ein NICHTS.

    Und ja, ich bin noch in der Phase der Wut. Weil ich verdammt nochmal die letzten fast 4 Jahre keine Zeit ohne Kinder hatte. Keine Zeit für mich, um zu verarbeiten. Um zu vergeben. Es sackt erst jetzt so langsam durch.
  • Liebe Lisa,

    das kann ich sehr gut verstehen und es ist auch sch...ungerecht. Lass dir Zeit und pass auf dich auf. Unter der Wut sitzt bei den meisten Menschen sehr viel Traurigkeit. Du hast wie jede andere einen guten und würdigen Umgang verdient. Halt ich an diese Menschen.

    Du bist eine tolle Mutter und Frau!
    Alles Gute für dich

    Alexandra Widmer
  • Liebe G. A.,

    ich kann Deinen Brief sehr gut nachvollziehen.

    Für mich würde ich das nicht wollen, weil meine Situation anders ist. Wenn eine Frau wissentlich in eine Beziehung eindringt, in der gerade das 2. Kind unterwegs ist und sich mit dem Vater vergnügt, während seine Frau gerade (nichtwissend) das 2. gemeinsame Baby auf die Welt bringt und sich sehr alleingelassen fühlt, nicht wissend warum, hat man auch nach vielen Jahren kein Interesse, einen Kaffee mit dieser Frau trinken, geschweige denn sie zu sprechen, sie zu sehen. Ich kannte sie allerdings auch als "gute" Bekannte.

    Das ist beidseitig, weil ich auch nach vielen Jahren noch als potentielle "Gefahr" betrachtet werden. Sie hat meine Wertevorstellungen zutiefst verletzt, weil ich so etwas an Ihrer Stelle nie getan hätte.

    Alle ihre Bemühungen, die Elternbeziehung zu untergraben, waren nicht von Erfolg gekrönt, weil ich beharrlich daran gearbeitet habe, dass meine Kinder einen regelmäßigen Kontakt zu ihrem Vater haben. Er hat sich in dieser Hinsicht wahrlich nicht mit Durchsetzungsvermögen und Engagement hervorgetan. Ich habe ihm die Kinder quasi auf dem Tablett hinterhergetragen.

    Meine Kinder sind mittlerweile so groß, dass sie das Verhalten dieser Frau sehr kritisch betrachten und ihrem Vater auch sagen, wenn sie bestimmte Verhaltensweisen nicht gutheißen. Trotz regelmäßigen Umgangs gibt es kaum Berührungspunkte für mich mit dem Vater meiner Kinder und das ist gut so. Ich habe alles so für mich geregelt, dass das nicht notwendig ist.

    Es war für mich anfangs auch unerträglich, dass sie mit meinem Baby und Kleinkind so engen körperlichen Kontakt hatte. Sie wusste dass und hat bewusst versucht, mich damit zu verletzen. Damals gelang ihr das noch.

    Ich habe im letzten Jahrzehnt (!) gelernt:

    - Abgrenzung!!!!
    - Dinge zu akzeptieren, wie sie sind
    - mich auf mein Leben zu konzentrieren
    - zu lernen, dass einmal alleinerziehend, immer alleinerziehend bedeutet (auch mit einem neuen Partner)
    - man daran wächst und stärker wird
    - sich selbst Gutes tut (und wenn es 10 min sind, um einen Kaffee mit Genuss zu trinken)
    - dass ich manchmal leider in einer neuen Partnerschaft eine leicht dominante Art an den Tag lege, weil man lange allein entscheiden musste und auch Verletzungen vermeiden möchte
    - meine Sicht der Dinge, nicht zwangsläufig auch die Sicht des Anderen sein muss
    - mehr Nachsicht/ Geduld mit mir selbst und Anderen (gelingt nicht immer)
    - dass man selbst auch massive Schuld am Scheitern der Beziehung hat
    - man kein Opfer ist
    - nicht verbittert zu sein, sondern poisitiv neugierig auf das zu schauen, was das Leben noch so mit sich bringt

    Das mag sich abgeklärt anhören, aber es ist ein langer (fortdauernder Prozess). Lasst Euch nicht entmutigen. Der Lohn dieses Weges ist: Vertrauen in sich selbst, Selbstliebe, schöne, unvergessliche Momente mit den Kindern und zu sehen, dass die Kinder sich zu tollen Persönlichkeiten entwickeln.

    Liebe G.A.,

    ich kann das Verhalten der neuen Partnerin, dass sie sich gegen Deine Kinder abgrenzt, auch nachvollziehen. Was wäre, wenn sie sich permanent in die Erziehung einmischen würde. Würdest Du das wollen?

    Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dass es Aufgabe des Vaters ist, mit seiner Partnerin diese Angelegenheit zu klären. Leider sind Männer in dieser Hinsicht manchmal etwas bequem und feige.

    Vertraue darauf, dass der Vater seine Kinder liebt, unabhängig davon, ob es ein weiteres Halbgeschwisterchen gibt oder nicht. Bitte ihn nur darum, dass er die Kinder mit einbezieht oder auch etwas nur mit Ihnen unternimmt, damit sie sich nicht ausgegrenzt fühlen.

    Ich wünsche Dir alles Liebe und viel Kraft.

    S.
  • Liebe S.

    ich danke dir für deinen tollen Kommentar. Du sagst sehr weise und gute Worte und ich danke dir dafür, dass du uns daran teilhaben lässt. Das wird sicherlich vielen Leserinnen und Lesern helfen!

    Ich werde es an G.A. weitergeben und hoffe, dass vielleicht auch die Betroffenen diese Worte lesen.

    Alles Gute für dich und deine Familie

    Alexandra Widmer
  • Liebe S.,
    Wow! Vielen Dank, dass Du Deine Erfahrungen teilst. Du hast, glaube ich, das Wesentliche sehr schön in prägnante Worte gefasst. Ich werde mir das abspeichern, damit ich es immer zur Hand habe, wenn ich das mal brauche!!! ;o)
    Danke dafür!

    LG Lisa
  • Hallo,

    Ich finde diesen Brief sehr bewegend und hatte schon Tränen in den Augen . Mir ist genau das selbe passiert .
    Mein Mann hat uns verlassen wegen der neuen als mein kleiner Sohn gerade 5 Wochen alt war. Ohne jegliche Vorzeichen und beide Kinder waren absolute Wunschkinder . Ich kann nach vollziehen das man denkt "wieso war ich es nicht wert mit uns als Familie zu leben" wo wir beide doch nichts anderes wollten..
    Ich hätte den Mut nicht mich mit ihr zutreffen und mir zerreißt es immer noch auch nach 2 Jahren das Herz wenn sie die schönen Dinge mit "meiner Familie" machen darf und ich muss allein sein .

    Lg Y.seibt
  • Liebe Yvonne,

    ja, dass ist auch zu verständlich. Lass dir Zeit. Ich kenne das auch zu gut und zwingen sollten wir uns nicht. Alles Liebe und Gute für dich und deinen Sohn.

    Alexandra Widmer
  • Ich kenne diese Gefühle nur zu Gut. Die Verletzung, dass sie nicht nur den Mann hat, sondern als Bonus auch noch Zeit mit meinem Kind verbringen darf. Ich habe es irgendwann nicht mehr ausgehalten und hab sie auf der Arbeit "überfallen". Nicht die feine englische Art aber ich musste sie sprechen und ein paar Dinge klar stellen und von ihr erfahren, wie sie die ganze Situation wahrnimmt, wie sie mein Kind wahrnimmt. Aber auch was mein Ex von mir bzw. über mich erzählt. Von meinem Ex wäre da nicht viel zu erwarten gewesen, er hätte da nichts unterstützt.
    Sie hält sich an den Wochenende wo meine Tochter bei den Beiden ist sehr viel raus, stellt bei dem Kind auch immer wieder klar, dass sie nicht die richtige Mama ist. Ich habe ihr versucht zu erklären, dass ich mit ihr als Personen meinen Frieden gemacht hab und meine Tochter für mich im Mittelpunkt steht. D.h. auch, dass bei "Familienfeiern" wir Geburtstag, Einschulung etc. sie mit eingeladen ist. Ob sie das wahrnimmt ist unwahrscheinlich. Sie hat meinem Ex auch nie von meinem Besuch erzählt.
    Meine Tochter hat meinen Ex und mich nie als Paar oder Familie erlebt und mein Wunsch ist es, dass sie Familie - in welcher Form auch immer - kennenlernt. Ich hab sie angesprochen, es ist mir nicht leicht gefallen und ja es hat auch weh getan die "Neue" so vis-a-vie zu sehen und zu sprechen, zu wissen, dass sie kostbare Zeit mit meinem Kind verbringen darf, aber ich hoffe ganz einfach, es kommt meiner Tochter zu Gute.
  • Liebe Kathi, danke für deine Worte und den Einblick in deine Erlebnisse. Ich finde deine Haltung ganz groß und mutig!!! Ich wünsche dir alle erdenklich Gute und das sich deine Größe für Euch alle auszahlen wird.

    Liebe Grüße Alexandra Widmer
  • Ich denke, ich drücke es mal platt aus, dass es immer auf den Trennungsgrund ankommt. Ist man als Partner/in von dem anderen "spontan" verlassen worden, weil der/die sich neu verliebt hat, ist das schon hart. Man muss dann mit so vielen Gefühlen etc. zurecht kommen (warum? wieso? bin ich es nicht wert, geliebt zu werden? etc.) und dann muss man auch noch zusehen, wie der neue Partner oder die neue Partnerin Zeit mit den Kindern verbringt, plötzlich abends ihnen am Bett vielleicht die Gute-Nacht-Geschichten vorliest. Genau jene Form habe ich bei einem Freund erlebt. Angesehen von der Kränkung, einfach so "abserviert" worden zu sein, war für ihn der Gedanke, dass ein anderer jetzt auf noch auf der Bettkante seiner Kinder Platz nimmt, der fürchterlichste. Zeitweise habe ich gedacht, es bringt ihn um den Verstand. Und ich denke, dass sich hier Frauen und Männer, die allein zurückbleiben, nicht großartig unterscheiden. Wenn man noch liebt, und das Glück zerplatzt wie eine Seifenblase ist das schon hart und sehr schmerzhaft.
  • So ist es Gina. Da gibt es nichts schön zu reden. Danke für deinen Kommentar. Liebe Grüße Alexandra
  • Und wenn die Neue der Grund für die Trennung ist? Wer hat diesbezüglich Erfahrungen gemacht? Wie geht ihr emotional damit um?
    Liebe Grüsse
    Claudia
  • Liebe Claudia,

    ich gebe diese Frage gerne weiter. Ich denke es ist sehr hart, wenn man den anderen noch geliebt hat..plus ein Kind. Ich finde, dass alle Wut, Trauer und Verzweiflung sein darf. Die Frage ist nur, WIE man diese Gefühle auslebt. Dazu habe ich im übrigen viel in meinem Buch geschrieben. Alles Gute und ich hoffe du bekommst noch ein paar Antworten.

    Liebe Grüße Alexandra Widmer
  • Hallo Claudia,

    bei mir war die Neue der Grund für die Trennung. Sie hat alles daran gesetzt, sich zwischen mich und meinen Mann zu drängen (ich will ihn da nicht in Schutz nehmen, er hat auch seinen Teil zu dem ganzen beigetragen). Sie ist selbst Mutter und getrennt und ich muss sagen, da finde ich es erst recht gewissen- und skrupellos, alles daran zu setzen, eine Familie zu zerstören, nur weil die eigene Ehe und Familie kaputt ist und nur, um wieder einen Mann im Bett zu haben. Sie hat meinem Mann auch eingeredet, dass eine Trennung für Kinder doch ganz easy ist und es Kindern doch eh egal ist, ob Mama und Papa zusammen sind oder nicht.
    Ich muss gestehen, es gibt Tage, da habe ich eine absolute Wut (wenn nicht sogar einen Hass) auf diese Person und wünsche ihr wirklich die Pest an den Hals.
    Ich denke, irgendwann wird sie auch dafür bezahlen und wieder ganz alleine dasitzen.
    Meine Kinder lehnen es absolut ab, mit dieser Person zu tun zu haben. Da mein Mann dies weiss, da die Kinder dies auch offen äußern, traut er sich nicht, an den Wochenenden, an denen die Kinder bei ihm sind oder in den Ferien, die Neue anzuschleppen.
    Das klingt jetzt bestimmt alles ziemlich hasserfüllt und rachesüchtig, ist aber einfach ganz ehrlich das, was ich empfinde. Wie geht es Dir so dabei?
  • Meine Situation ist wohl eine andere. Ich kenne meine Nachfolgerin recht gut, denn sie ist mein ehemaliges Kindermädchen. Und sie war auch nicht der Trennungsgrund, aber sie war eben interessiert und verfügbar, als die Trennung ein Faktum wurde.
    Ich bin so froh darüber. Sie stabilisiert die Beziehung zwischen mir und meinem Ex, und sie stabilisiert auch meinen Ex. Seit sie im Bilde ist, lässt er mich in Ruhe. Meine Kinder haben es gut mit ihr, und dafür bin ich sehr dankbar. Vielleicht kann ein wenig Dankbarkeit an die Neue auch anderen helfen, die natürlich sehr schwierigen Gedanken von Eifersucht und Angst zu überwinden. Angst habe ich vor ihr nie gehabt, vor meinem Ex dagegen sehr. Dank ihr brauche ich das jetzt zumindest derzeit nicht.
  • Liebe Kerstin,

    schön, dass du diese Situation mittlerweile so erlebst und davon profitieren kannst.Alles Gute für dich Alexandra Widmer
  • Auch ich kann den Brief gut nachvollziehen. Nach der Bewältigung ist meine Haltung inzwischen eine ganz andere. Gemeinsam mit der "Neuen" plane ich die Papa-Wochenenden, gemeinsam mit der "Neuen", mit Papa und Kind gehen wir Pizza essen. Sogar zu ihrem Geburtstag hat sie uns bzw mich eingeladen. Warum? Sein Frauenbild, seine Zielperson hat einige Eigenschaften zu erfüllen, die mir sehr nahestehen. Wir könnten also befreundet sein - bzw wir sind es fast. Als sie ihre Nachrichten weit nach Mitternacht schrieb wusste ich um den Stand der Beziehung. Steter Tropfen höhlt den Stein, er hat sie an den selben Punkt getrieben, wo ich auch stand - bevor ich beendet habe. Ein seltsames Gefühl ihr eine starke Schulter zu geben, damit sie ihn nicht verlässt. Sie, eine verlässliche Größe die gut für unser Kind sorgt. Noch spannender wird es wenn ich berichte, dass ich mehrmals im Jahr mit seiner Ex-Frau und seiner Aktuellen ein Sketchen schlabbere. Die weisen Worte seiner Ex haben mich tief bewegt. Wir wollen Kontakt halten, damit sich unsere Mädels - die Halbschwestern zumindest haben und kennen, wenn wir nicht mehr sein sollten ... Und die Mädels lieben sich - trotz 8 Jahren Unterschied! Bisher geht die Rechnung auf. Und ich, ich lebe solo und meistens glücklich. Keiner, der mir unnötige Grabenkämpfe aufzwingt, niemand, der einfordert ohne seinen Beitrag zu leisten, niemand, der konzeptlos seine Prinzessin verwöhnt und niemand, der Absprachen und Verabredungen in den Wind schiesst. Oft werde ich bedauert ... oft bedauere ich andere Frauen, die eine untragbare Situation aushalten und ausharren. Danke, damit bin ich aufs erste durch. Aber auch niemand, um am Wochenende im Kino Händchen zu halten. Doch .... ich gehe nicht ins Kino :) Aber träumen darf man doch wohl. Eine eigene Doppelhaushalte im Grünen, Obstplantagen, Swimmingpool, neben einer Pferdekoppel, Cabriolet in der Garage, 2 Fernreisen im Jahr und alles mal nebenbei aus eigener Kraft gestemmt mit Tim Ferris 4h Woche! Das wäre cool. Das ist mein Ziel.
  • Liebe Wencke,

    das klingt spannend und zeugt von einer inneren Größe. Ich wünsche euch, dass es ganz so weitergeht. Und wenn du weißt, wie es mit der 4 Stunden Wochen in unserer Situation klappt, sag Bescheid. Ich bin dabei. :)

    Liebe Grüße Alexandra Widmer
  • Schwieriges Themen noch hat er keine Neue und selbst wenn wäre es mir egal. Die Neue hätte auf keinen Fall Kontakt zu MEINEM Kind. Ich halte es nicht für nötig. Er weiß das ich das niemals erlauben würde.
    Thema durch.... bis jetzt (wer weiß wie lange)
  • Liebe Nena,

    ich verstehe dich sehr gut. Nur es gibt kein Gesetz, wo wir das den anderen Elternteil verbieten können. Grrrrr...;).

    Drück dir die Daumen

    LG Alexandra
  • […] kenne mehrere Fälle, in denen es keinen Kontakt zwischen Mutter und Stiefmutter gibt. Das führt für die Kinder zu absurden Situationen. Die Übergabe der Kinder muss im Hausflur […]
  • ich kann die schreiberin des briefes sehr gut verstehen und nachvollziehen wieviel kraft sie das alles kostet. man sieht da auch mal wieder welche (sorry für meine wortwahl) arschkarte wir alleinerziehenden frauen haben: der harte kern der erziehungsarbeit bleibt meistens an uns hängen während der papa so alle zwei wochen "sonnenscheindaddy" spielt. den rest der zeit macht er sich mit irgendeiner neuen (nochmal sorry für meine wortwahl) schlampe ein schönes leben und hat im grunde null verantwortung.

    so boshaft das klingen mag und auch wenn es ein wenig off-topic ist: da bin ich froh dass sich der vater meiner tochter nicht mehr für sie interessiert seit er eine neue hat. meiner tochter fehlt zum glück nichts, sie ist noch recht klein (2 jahre) und wächst schon seit über einem jahr ohne ihn auf :)
  • Für dieses Statement liebe ich Dich. Mein Sohn ist jetzt 5 1/2 und vermisst Gottlob seit absoluter Abstinenz des Vaters nichts! Danke, dass mein Vater das so toll mit ihm macht. Halt die Ohren steif. Viele versagensaengste alleinerziehender sind aus einsamen und ueber mündeten Abenden geboren... gib ihnen keinerlei Bedeutung! LG, Stephanie
  • Amen meine wird im August zwei. Der Vater kümmert sich null. Uns geht es trotzdem gut und wir kommen bestens ohne ihn klar. Ich würde es aber auch nicht gestattet das er seine neue (wenn er mal eine hat) mitschlürt sollte er doch mal Interesse haben sich zu kümmern.
  • Das ist sicher schwer und sehr bewegend aufgeschrieben. Ich kenne diese Gefühle aber gar nicht. Im Gegenteil, ich frage mich oft, wie die neuen so zurück stecken können. Die Mama ist immer die mama. Da kommt eh keine in die Quere, egal wie sehr sie sich um nette Wochenenden bemüht. und wenn sie dann noch den eigenen kinderwunsch zurück stecken oder aufgeben muss weil der Mann schon Kinder hat...also ich hätte das als junge Frau nicht gemacht. Ich wundere mich auch manchmal als wie wichtig sich die stiefmütter für di Kinder wahrnehmen. Ich kenne mittlerweile einige Patchwork Konstellationen die wieder auseinander gegangen sind. Und nicht ein einziger (mann, frau oder Kind) hat noch Kontakt zum ehemaligen Patchwork Familienmitglied. Also, wie gesagt, die Mama ist eben die Mama.
  • Danke genau das habe ich auch gedacht und hatte den Eindruck ich wäre die einzige mit diesen Gedanken.
  • Ich kann Dich sehr gut verstehen und finde es einen mutigen und wichtigen Schritt, mit der "Neuen" Kontakt aufzunehmen, am Ex vorbei!
    Bei uns ist es so, daß die "Neue" sich stark abgrenzt und keinerlei Verantwortung für die Kinder übernimmt. An den Kinder-Wochenenden ist sie oft selber unterwegs, wenn der Ex Termin-Probleme wegen der Kinder hat, schickt er sie zurück zu mir, sie übernimmt da gar nichts: "Deine Kinder!"
    Ich sehe das mit gemischten Gefühlen, denn ich frage mich, wie sich das für die Kinder anfühlt, diese "für Euch bin ich nicht zuständig"-Front. Alle Außenstehenden sagen natürlich, ich solle froh sein, daß sie sich nicht in die Erziehung einmischt oder sich gar als Mutter aufspielt, aber mir wäre wohler, wenn ich wüßte daß die Kinder an den Wochenenden nicht die Last dieser Frau sind. Jetzt ist sie schwanger und das Baby bekommt natürlich oberste Priorität bei ihr, und jetzt sind meine Kinder die "anderen" Kinder, dabei sind sie doch die Geschwister des neuen Babys.
    Ich warte ab, bis das Baby da ist und wie es sich für alles einspielt und werde dann vielleicht Deinem Beispiel folgen und einfach mal selber mit ihr Kontakt aufnehmen.
    Vielen Dank für Dein mutiges Vorbild und alles Gute!
  • Das tut mir leid für deine Kinder. Aber eigentlich wäre es hier an deinem ex Stellung zu beziehen. Vor allem wenn er noch mehr Kinder in die Welt setzt! Dann muss er darauf achten, dass alle Kinder zu ihrem Recht kommen! Ich drück euch die Daumen.
  • Halbgeschwister es wird also noch schwieriger
  • Eine schwierige Situation. Ich bin sehr glücklich darüber, dass meine neue Lebenspartnerin sich mit meiner Ex-Frau getroffen hat - ohne Kids und ohne mich. Einfach für eine Stunde, um sich kennenzulernen. Sie müssen sich nicht mögen, zugleich hilft es ungemein, wenn man oder "frau", den oder die Neue(n) kennt.

    Grüße

    Sascha

    PS: Inspirierend dazu das Buch "Bonuseltern" von Jesper Juul.

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