SUA#038 Dagmar Thiam: Ich bin kein Opfer. Ich drehe die Schrauben und werde nicht gelebt.

Ich drehe an der Schraube und werde nicht gelebt. Ich bin kein Opfer. Dagmar Thiam, alleinerziehende Mutter von zwei Kindern gibt  jetzt ihre Erfahrungen an andere Frauen in den besten Jahren weiter. Selbstbestimmt.

Inhalt des Podcast mit Dagmar Thiam: 

Dagmar berichtet von:

  1. Von ihrem Werdegang. Alleinerziehend seit 8 Jahren.
  2. Wie konnte sie wieder mit dem Ex-Mann ins Gespräch kommen.
  3. Ein Mantra, was ihr geholfen hat: Ich bin kein Opfer.
  4. Was ihr nach der Trennung geholfen hat.
  5. Was ist der Unterschied zwischen Freunden und professionellen Helfern.
  6. Freunde. Haben oder nicht haben.
  7. Dagmars wichtiger Artikel dazu: Single, Size Plus oder alleinerziehend? Warum ein Zustand nicht dein Ettiket werden sollte.
  8. Mein Artikel dazu: Warum ich das Wort alleinerziehend nicht mag. 
  9. Wünsche sind Vorboten von Fähigkeiten.
  10. Agieren statt reagieren ist ihr Credo.
  11. Veränderung geschieht nur in Babyschritten. Der Hammer funktioniert niemals.
  12. Hat die Zeit einen Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung.
  13. Die drei Tipps hat Dagmar hat für "frische" Alleinerziehende.
  14. Sollen wir auf die Politik warten, bis die etwas für Alleinerziehende tun?
  15. Ihren Zukunftswünschen.
  16. Ihren Buchempfehlungen.
  17. Informationen zu ihrem Coaching für Frauen.
  18. Ihr Tipp: Sowohl als auch - Denken. Statt Entweder oder - Denken.

Shownotes von Dagmar Thiam:

Buchempfehlung:

1. 

Selbstbild: Wie unser Denken Erfolge oder Niederlagen bewirkt

2. 

Die Fleißlüge: Warum Frauen im Hamsterrad landen und Männer im Vorstand Webseite von Dagmar Thiam. Facebook: Dagmar Thiam

Viel Spaß beim Zuhören! Bist du anderer Meinung als Dagmar Thiam? Ich freue mich über deinen Kommentar! Alles Liebe Alexandra

P.S. Dir darf es gut gehen. Dann geht es auch deinem Kind gut. 

Podcast:  (direkt hier hören oder bei iTunes (iOs) oder Stitcher (Android) kostenlos auf dein Smartphone abonnieren)


4 Kommentare

  • Liebe Alexandra, liebe Dagmar,

    ganz lieben Dank für eure Antworten.
    Auch ich bin mit euch einer Meinung, dass Veränderung immer bei einem Selbst beginnen muss und es, egal in welcher Situation man steckt, am Besten ist die Zügel in der Hand zu behalten bzw. sie sich nicht aus der Hand nehmen zu lassen.
    Dagmar, du hast extrem hart an dir gearbeitet, dir die Zügel nicht aus der Hand nehmen lassen, bzw. sie wieder aufgenommen und das strahlt auch auf andere Menschen aus, da bin ich sicher.
    Jeder kann sich selbst verändern aber niemand kann einen anderen Menschen ändern, wenn dieser nicht bereit ist. Deshalb denke ich, dass sowohl der Vater deiner Kinder als auch deine Ex-Schwiegermutter eine gewisse Offenheit und Bereitschaft gehabt haben einen guten Weg aus der Situation zu finden und sich damit auseinandersetzen. Das ist für mich Glück und keine Selbstverständlichkeit.
    Glück zu haben auf unterschiedlichen Strecken des harten Weges zu einem besseren Leben, kann sehr hilfreich sein. Ich behaupte einfach mal das diese Menschen weiter kommen als diejenigen, die ebenfalls hart kämpfend durchs Leben gehen aber kein Glück haben. Was im Umkehrschluss nicht bedeuten soll, dass nur die Menschen mit Glück ihr Ziel erreichen bzw. mehr Zufriedenheit in ihr Leben bringen können.
    Ich war vor Kurzem auf Wohnungenssuche in Hamburg und hatte schon nach zwei Wochen ganz unkompliziert eine neue Wohnung. Das kann ich mir nicht anders erklären als damit, dass ich einfach Glück hatte. Trotz meiner prekären Lebenslage, ohne irgendeine Art von Privilegien, hier in Hamburg von heute auf morgen eine neue Wohnung zu haben. Wäre die Wohnungssuche tatsächlich so geworden wie ich sie mir in meiner Fantasie ausgemalt hatte, hätte sie mich ein zehnfaches an Zeit und Nerven gekostet. Jetzt kann ich die dort eingesparte Kraft für andere Dinge einsetzen. Anders ist es mit dem Vater meiner Tochter, er verweigert jede Art von persönlicher Weiterentwicklung und wünscht es hätte mich und seine Tochter nie gegeben. An diesem Punkt kann ich entscheiden wie ich damit umgehen möchte und für mich eine Verbesserung finden. Nur solange von seiner Seite aus keine Bereitschaft besteht im Sinne des Kindes eine Verbesserung der Situation herbeizuführen, kann ich mich verändern wie ich will, es wird auf ihn keine Auswirkungen haben.

    Habt einen schönen Abend!
    Liebe Grüße
    Isabel
  • Hallo Isabel,
    schön, dass du so ausführlich geantwortet hast. Um es gleich vorweg zu sagen: Ich empfinde alleine die Möglichkeit, sich über das Netz so austauschen zu können wie jetzt mit dir, als riesen Gewinn und eine Möglichkeit, die es noch vor 10 Jahren so gar nicht gab.
    Damit ist schon ein Problemfeld, das viele haben, zumindest etwas aufgeweicht: Selbst wenn man sozial und familienbedingt gar keine Unterstützung hat, kann man Fragen stellen, erfährt, dass man nicht alleine ist mit seiner Situation und kann Kontakte zu Frauen in ähnlichen Situationen knüpfen.

    Um auf deine Anmerkungen, was mein "Glück" angeht, einzugehen: Natürlich habe ich in mancherlei Hinsicht günstige Bedingungen, nur - da muss ich etwas geraderücken: Von alleine haben die sich nicht eingestellt. Weder meine Schwiegermutter noch mein soziales Umfeld waren plötzlich nach der Trennung da, sondern waren das Ergebnis jahrelanger Mühe, Emphatie und viel Investition von Zeit und Nerven, bevor der "worst case" eintraf.
    Auch meine positive Einstellung hat mich zeitweise ganz schön verlassen und ich musste richtig hart an mir arbeiten, zu einer für mich funktionalen Haltung zu kommen.
    Ich glaube nicht an Glück, das muss ich klar sagen; ich weiß, dass es richtig schlecht laufen kann und es gerade viele Frauen wirklich extrem hart trifft; aber dass nur die, die "Glück haben", sich verändern und bessere Lebensumstände erreichen können, das glaube ich nicht.
    Was ich im Endeffekt sagen wollte: Es gibt keinen anderen Weg als den über sich selber, gerade wenn man richtig tief "drinhängt". Gut ist dann, sich möglichst schnell Unterstützung zu holen. Und da gibt es einige Wege, auch wenn man sehr alleine dasteht. Selbsthilfegruppen, Internet-Foren und -Seiten und übrigens auch Coaches, die besonders hart Betroffene erst einmal kostenlos beraten. Oder anbieten dann zu bezahlen, wenn die finanzielle Situation in sicherere Fahrwasser gemündet ist.
    Ich kann da nur zur Offenheit raten und zum Glauben daran, dass im Leben so Einiges passiert, wenn man sich darauf konzentriert zu agieren und nicht zu verzweifeln.
    Und mit dem "Wunschleben" meine ich auch nicht gleich den ganz großen Wurf mit Seychellen-Urlaub und Einfamilienhaus - ich meine eher das Gefühl, dass sich das Blatt wieder zu den eigenen Gunsten wendet. Das kann sich in ganz kleinen Dingen manifestieren, aus denen dann immer längere Strecken der Zufriedenheit werden. Und dann das schöne Gefühl, dass man doch sein Leben wieder in den Griff bekommen hat. Ein zu beschreitender Weg keine Frage, zu dem aber unbedingt eine gute Einstellung gehört, das war mir wichtig zu sagen.

    Herzliche Grüße, Dagmar
  • Liebe Alexandra, liebe Dagmar,

    ich habe gerade eben den Podcast gehört und bin etwas zwiegespalten. Sicherlich ist es unabdingbar positiv zu denken, um seinem Leben einen positvie Wendung zu geben und auch den Spruch "Wünsche sind Vorboten von Fähigkeiten" empfinde ich als mutmachend.
    Gleichzeitig sehe ich allerdings auch eine andere Seite und möchte diese kurz schildern, ohne die Leistung von dir Dagmar abwerten zu wollen. Emotional und persönlich war es sicherlich ein enormer Kraftakt dort anzukommen wo du heute bist.
    Alexandra, du hattest in dem Podcast schon angedeutet, dass es Frauen gibt, deren Leben geprägt von Arbeit, wenig Geld und viel Streß ist.
    Da wir alle verschiedene Ausgangspositionen haben, gibt es auch diejenigen Menschen, die als Alleinerziehende weder ausreichend Geld zur Verfügung haben, noch über ein tolles Netzwerk an Familie und Freunden verfügen. Irgendwo beißt sich die Katze immer in den Schwanz in dieser Situation. Wie ich finde, hat Dagmar trotz der ganzen Schwierigkeiten doch großes Glück gehabt, zumindest klingt es für mich so. Auch nach der Trennung warst du ein Stück weit aufgehoben und unterstützt. Im richtigen Moment waren die richtigen Freunde da und auch deine Familie war bereit sich ein Stück weit auf dich einzustellen und für dich da zu sein. Nicht jede Familie ist das und auch nicht alle Freunde. Dagmar, du scheinst jemand zu sein, der seine Wünsche und Träume auch verwirklichen und leben kann. Auch dazu gehört meiner Meinung nach eine Portion Glück. Zum Beispiel das Glück, dass du durch deine Ex-Schwiegermutter trotz allem große Unterstützung erfährst.
    Deshalb empfinde ich die Aussage (so habe ich sie verstanden) "mit der richtigen Einstellung wird dein Leben so wie du es dir wünschst" wie ein Schlag ins Gesicht. Auf jeden Fall wird das Leben sich verändern, wenn sich Einstellung und Selbstbild ändern, dem stimme ich zu aber ich bezweifle, dass für alle das Leben so werden kann wie sie es sich wünschen, wenn sie nur die Möglichkeit haben ihre Einstellung zu ändern.
    Um Hilfe fragen, wenn man sie braucht. Ein weiterer Satz. Was, wenn niemand da ist, den man fragen kann?
    Jemand der sozial, emotional und finanziell bei Null anfangen muss, nach einer Trennung, hat eine ganz andere Ausgangslage als jemand bei dem wenigstens ein bis zwei der genannten Dinge weitestgehend stabil geblieben sind.
    Aus einem persönlichen Coaching könnte man in dieser Situation wahrscheinlich enorm viel mitnehmen und sich darüber schneller stabilisieren, schaue ich mir jedoch die Preise an, sehe ich, dass zumindest die finanzielle Lage stabil sein müsste, um nach dieser Art von Hilfe fragen zu können.
  • Liebe Isabel,

    danke für deinen Kommentar und deine Offenheit. Deine Bedenken kann ich verstehen und werde sie auch gern an Dagmar weiterleiten.

    Ich z.B. habe auch keine Familie in meiner Nähe. Meine Mutter lebt nicht mehr und ich sah in meiner Not nur die Wahl eine Mitbewohnerin zu suchen. Ich habe auf mein Schlafzimmer verzichten müssen und musste so "kreativ" werden.

    Weiterhin glaube ich auch, dass es im Leben Menschen gibt die hatten einfach mehr Glück und andere weniger. Gerecht ist es in meinen Augen nie.

    Dennoch bin ich fest davon überzeugt, und dafür gibt es in meinen Interviews schon sehr viele Beispiele, dass manchmal mehr möglich ist als das was wir im ersten Moment glauben.

    Einfach ist es nicht.

    Wir können oft nicht verhindern WAS uns passiert (Trennung, Tod, Jobverlust usw.) aber WIE wir damit umgehen wollen, darauf haben wir einen Einfluss.

    Insofern ist die Änderung der Einstellung sicher ein wichtiger Faktor. Ich gebe dir Recht, dass nicht ALLE die Einstellung ändern können um ein Leben nach ihren Wünschen zu leben.

    Besonders dann, wenn wir erschöpft sind vom Alltag und das unmittelbare Überleben im Vordergrund steht.

    Alles in allem ist es ein Zusammenspiel von vielen psychosozialen Faktoren, die einen Einfluss auf unsere Entwicklung nehmen.


    Mir ist es wichtig, in diesem Blog sehr viele verschiedene Sichtweisen zu präsentieren. Jeder sucht sich das heraus was für ihn passt.

    Ich wünsche dir alles Gute.

    Alexandra Widmer

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