Warum manche Väter flüchten und manche Mütter die Kinder vorenthalten

Du wirst schon sehen, was du davon hast!

Hast du das schon mal gehört? Oder vielleicht selbst gesagt beziehungsweise gedacht?

Ähnlich geht es den Eltern aus den folgenden Fallbeispielen:

Fallbeispiel 1: Marie und Jens

Marie und Jens hatten sich schon immer eine große Familie gewünscht. Sie waren ein Bilderbuch-Paar und keiner der Freunde hätte je gedacht, dass diese Beziehung einmal auseinander brechen würde. Die ersten Jahre mit den Kindern verliefen gut. Beide waren gleichermaßen an der Erziehung der zwei Söhne (5 und 9) beteiligt.

Vor kurzem war jedoch Schluss damit. Silvester 2014/2015 hatte sich Marie in den besten Freund von Jens verliebt. Trotz aller Versuche, dem nicht nachzugeben, war die Liebe zu Jens auf der Strecke geblieben.

Nach einer missglückten Paartherapie beschlossen sie einvernehmlich getrennte Wege zu gehen. Jens wollte ausziehen und suchte sich in der Nähe eine Wohnung, um weiterhin für die Kinder da sein zu können.

In der ersten Zeit verlief auch alles gut und die Kinder waren regelmäßig beim Vater. Plötzlich sagte Jens immer häufiger die Umgangswochenenden ab oder tauchte verspätet zu dem vereinbarten Termin auf. Eine Erklärung bekam weder Marie noch die Söhne. Und auch der Unterhalt für die Kinder kam immer unregelmäßiger. Bei Nachfragen wurde Jens immer ungehaltener oder reagierte gar nicht mehr.

Marie fühlte sich hilflos den Launen ihres Ex-Partners ausgesetzt und wusste sich nicht mehr zu helfen. Die Kinder waren ebenfalls verunsichert und vermissten ihren Vater.

Schließlich schaltete Marie einen Anwalt ein. Um diese Kosten zahlen zu können, erhöhte sie ihre Arbeitszeit und war mit ihren Kräften und Nerven am Ende. Sie fühlte sich schuldig und litt sie darunter zu sehen, wie die Söhne sich vom Vater entfremdeten.

Fallbeispiel 2: Elisa und Thorsten

Elisa und Thorsten kannten sich drei Monate, als sie unerwartet schwanger wurde. Thorsten war zu Beginn damit gar nicht einverstanden und er fühlte sich übergangen. Nach dem ersten Ultraschall waren seine Bedenken verschwunden und er freute sich auf seine kleine Tochter.

Doch die Beziehung blieb schwierig. Immer wieder gab es starke Auseinandersetzungen und Thorsten war mit der emotional reagierenden Elisa überfordert. Sie hingegen fühlte sich von Thorsten nicht gesehen und geschätzt. Dieses Gefühl verstärkte sich nach der Geburt ihrer kleinen Tochter. Er hatte nur noch Augen für das Kind. Nach wiederholten Konflikten beendete Thorsten nach drei Jahren die Beziehung zu Elisa.

Ab dem Tag an war es für ihn kaum noch möglich, für seine kleine Tochter da zu sein. In seinen Augen versuchte Elisa mit jedem Mittel den Kontakt zum Kindsvater zu unterbinden. Es begann ein elender Krieg an Anwaltsschreiben, Gerichtsverhandlungen und Thorsten verlor immer mehr seine Lebensfreude, da er sein Kind nicht sehen konnte. Elisa verhindert den Kontakt zum Kind.

Diese zwei Fallbeispiele sind ein winziger Ausschnitt aus unzähligen Bespielen in meiner Beratung. Auch wenn ich  Alleinerziehenden unterstütze, bekomme ich gelegentlich Anfragen von Elternteilen, die nicht bei ihren Kindern leben.

Die typische Frage ist :

  1. Was kann ich tun, wenn der Vater/die Mutter sich aus dem Staub macht?

  2. Was kann ich tun, wenn mir die Mutter/der Vater mein Kind vorenthält?

Bevor ich aus das WAS KANN ICH TUN zu sprechen komme, stellt sich die Frage, warum manche Väter flüchten und manche Mütter ihnen die Kinder vorenthalten.

Warum Verhalten sich Mütter und Väter so?

In vielen Gesprächen ist mir aufgefallen, dass sich immer wieder die gleichen Aussagen häufen. Und zwar egal mit welcher „Seite“ ich spreche.

  • Er/Sie hat mich so verletzt.
  • Er/Sie hat mich betrogen.
  • Er/Sie hat mich beleidigt.
  • Er/Sie hat mich ohne Vorwarnung verlassen.
  • Er/Sie nimmt mich nicht ernst.
  • Er/Sie will mir mit Absicht wehtun.
  • Ich habe Angst den Kontakt zu meinem Kind zu verlieren.
  • Ich bin doch die Mutter beziehungsweise der Vater.
  • Das hat er/sie davon.
  • Dann sieht er/sie mal, was er/sie mir antut. 

Diese Gedanken führen häufig zu belastenden Gefühlen wie:

  • Angst
  • Kränkung
  • Verletzung
  • Wut
  • Hass
  • Hilflosigkeit
  • Trauer

Wie gehen wir mit diesen schmerzhaften Gefühlen um?

Wir alle wissen, dass wir im Sinne des Kindeswohles handeln sollen und unsere eigenen schmerzhaften Gefühle in diesem Moment hinten anstellen müssten. Doch oft gelingt es uns leider nicht und wir suchen im Zuge dessen nach Wegen, um mit den belastenden Gefühlen und Gedanken zurechtzukommen. Die zwei häufigsten Strategien sind

  1. DER KAMPF
  2. DER RÜCKZUG

1. Wir versuchen mit dem Kampf unsere schmerzhaften Gefühle zu reduzieren.

Zum Beispiel:

  • Beleidigende SMS oder Mails schreiben
  • laut werden
  • viel Arbeiten
  • Zynismus
  • Den anderen Elternteil vor dem Kind abwerten, Manipulation
  • Gerichtsverhandlungen wiederholt anstreben
  • Unterhalt kürzen oder nicht zahlen

2. Wir versuchen mit dem Rückzug unsere schmerzhaften Gefühle zu reduzieren.

Zum Beispiel:

  • den anderen Elternteil ignorieren, nicht auf Anfragen reagieren
  • Umgangsvereinbarungen nicht einhalten
  • Kind nicht mehr zum Geburtstag zu gratulieren
  • Umzug in die Ferne
  • regelmäßig Alkohol trinken
  • Flucht in eine neue Partnerschaft

Kurzfristig führt der Kampf beziehungsweise das Flüchten manchmal zu einer Erleichterung, da die Gefühle wie Angst, Wut, Hass, Hilflosigkeit weniger spürbar sind.

Langfristig hingegen wird weder der Kampf vor Gericht, die Manipulation oder der Rückzug von der Familie eine Erleichterung von schmerzhaften Gefühle bringen.

Ganz im Gegenteil. Die Verletzungen verhärten sich immer mehr. Und das Eingeständnis von eigenen Fehlern ohne einen Gesichtsverlust ist in weite Ferne gerückt.

Burnout, Depressionen oder psychosomatische Beschwerden sind an der Tagesordnung.

Was ist die Lösung?

Wir brauchen einen neuen Umgang mit belastenden Gefühlen und zwar OHNE sie an anderen Menschen auszuleben oder uns selbst abzuwerten.

Doch das haben wir oft nicht gelernt.

Jens aus dem ersten Fallbeispiel hatte nach und nach bemerkt, wie stark ihn der Verlust seiner Familie schmerzte. Er hatte eine unheimliche Wut auf seinen Freund, in den sich seine Frau verliebt hatte. Er hasste seine Frau für das was sie ihm damit angetan hatte. Innerlich kochte er. Jedes mal wenn er seine Söhne abholte, flammte sein Schmerz wieder auf und er konnte tagelang nicht schlafen.

Jens lenkte sich immer mehr mit PC-Spielen oder Rennrad fahren ab. Diese waren oft an seinen Kinder-Wochenenden. Das verdrängte er. Mittlerweile war er der festen Überzeugung, seine Söhne sowieso an seinen Freund verloren zu haben.

Jens wusste sehr wohl, dass es nicht in Ordnung war unregelmäßig  Unterhalt zu zahlen. Aber er war nicht in der Lage seine trotzige Haltung zu überwinden. Dass er damit seine Söhne strafte, konnte er in dem Moment nicht wahrnehmen.

Elisa aus dem zweiten Fallbeispiel war verletzt, als Thorsten trotz aller Freude für das Kind, sich von ihr trennte. Sie konnte nicht verstehen, warum er sich so wenig eingebracht hatte und nun auf die Idee kam, die Tochter jedes zweite Wochenende sehen zu wollen.

Schließlich hatte sie von Beginn an alles alleine machen müssen. Elisa fühlte sich verlassen und hatte Sorge, dass er mit der Kleinen nicht gut umgehen würde. Mit jeder Nachfrage von Thorsten bekam Elisa immer mehr Angst ihre Tochter zu verlieren und so schaltete sie eine Anwältin ein.

Wenn ihre Tochter nach dem Papa fragte, zuckte sie mit den Schultern, verdrehte die Augen und sagte: Papa…..den gibt es nicht mehr. In dem Moment konnte Elisa ihre Verletzungen nicht überwinden. Dass sie damit ihre Tochter strafte und nicht ihren Ex, konnte sie kaum wahrnehmen.

Sowohl Jens als auch Elisa versuchten mit dem Kämpfen und dem Rückzug ihre Angst, Verletzung und Wut zu reduzieren.

Was du jetzt tun solltest

Statt deine schmerzhaften Gefühle durch Kampf oder Rückzug zu reduzieren und im Zuge dein Kind miteinbeziehen, ist es deine Aufgabe Verantwortung für deine eigenen Gefühle zu übernehmen und zu sagen:

Ja, es tut verdammt weh, dass es so passiert ist. Ich hätte es mir anders gewünscht. So ist es nun nicht und ich nehme meine Trauer, meine Wut, meinen Hass, meine Angst, meine Schuld usw. an. 

Dadurch das ich anderen Menschen schade, werden sich meine Verletzungen langfristig nicht reduzieren.

Ich sage JA zu meiner schmerzhaften Gefühlen und sorge selbst dafür mich zu heilen.

Weder der Kindsvater, noch die Kindsmutter werden diese Aufgabe übernehmen können. Ich kann ihn beziehungsweise sie nicht ändern!

Wenn ich allein nicht mehr weiter weiß, hole ich professionelle Hilfe von Beratern, Coaches, Ärzten oder Therapeuten, die mir zeigen können, wie ich besser mit meinen schmerzhaften Gefühlen umgehen kann.

Fazit:

  1. Ein eigenverantwortlicher Umgang mit schmerzhaften Gefühlen beider Eltern ist die Voraussetzung, um im Kindeswohl handeln zu können.
  2. Ein eigenverantwortlicher Umgang mit schmerzhaften Gefühlen beider Eltern ist die Voraussetzung, um psychisch und folglich auch körperlich gesund zu bleiben. 

Wie du besser du mit deinen Gefühlen in diesen hochbelasteten Situationen umgehen kannst, wirst du in meinem Buch Stark und alleinerziehend: Wie du der Erschöpfung entkommst und mutig neue Wege gehst finden.

Alles Liebe und Gute

Alexandra Widmer

P.S. Nur wenn es mir gut geht, geht es auch meinem Kind gut!

29 Kommentare

  • Hallo Alexandra
    Ich habe deinen/ diesen Artikel erst vorhin entdeckt/ gelesen.
    Ich habe eine riesige Wut auf den Vater meines Sohnes (2.5 Jahre alt). Unsere Beziehung war schon immer ein Hin und Her - mehr Freundschaft & Sex als echte Liebe. Und dann wurde ich schwanger. Als ich es ihm sagte, meinte er, dass er sich definitiv von mir hätte trennen wollen. Und er wollte definitiv kein Kind. Und doch fanden wir wieder zusammen und hatten es gut während meiner Schwangerschaft und auch in den ersten Wochen nach der Geburt. Aber danach kam eine Katastrophe nach der anderen. Im Moment lebe ich alleine mit meinem Sohn und der Vater holt in zwei Mal in der Woche ab (einmal für 1 und einmal für 3 Stunden). Für mich ist es jedes Mal eine emotionale Katastrophe. Ich kann mich nicht richtig abgrenzen, wünschte mir, ich müsste ihn nicht mehr sehen müssen. Er hat mich belogen, betrogen... Ich fühle mich tief verletzt. Er will nicht wirklich mit mir zusammen sein und ich auch nicht mit ihm (- sein Gang zu Prostituierten und sein Cannabis Missbrauch ekeln mich!). Aber er hat sich mir während den "Übergaben" immer wieder auch körperlich angenähert... Mein Gott, ich wäre so froh, wenn ich ihm nicht mehr begegnen müsste!
    Ich weiss nicht, was ich machen soll?!
    Liebe Grüsse
    Miriam
  • Liebe Alexandra, es tut wirklich gut hier zu lesen.., einfach weil man sich etwas weniger allein fühlt...
    Ich bin mit zwei Kindern ( 3 u 5 Jahre alt) allein. Vor drei Monaten ist mein Exmann von Hamburg nach Bayern gezogen und zahlt nun seit zwei Monaten gar keinen Unterhalt mehr.., es ist eine ausgesprochen schmutzige Trennung, obwohl die Scheidung längst durch ist.., strittig ist vor allem die Frage des Umgangs und was bei einer Entfernung von 640 km den Kindern zuzumuten ist... ich finde es Zuviel sie alle drei Wochen für eine Woche pendeln zu lassen um in dieser Zeit Effektiv 2 Tage mit dem Vater zu verbringen ( den Rest der Zeit soll die Oma auffangen) sie haben ihren Lebensmittelpunkt hier und der große geht in einem Jahr zur Schule..., der ganze Konflikt hat mit kindeswohl nichts zu tun.., es ist der Gipfel an Eskalation eines Narzissten dem die macht entzogen wurde und der nicht davor zurückschreckt es über die Kinder auszutragen.., ich bin am Ende mit meinem Latein.., ich werde laufend mit Aussagen konfrontiert wie „aber die Kinder haben ein Recht auf ihren Vater“... sie haben meiner Meinung nach auch ein Recht darauf Wurzeln schlagen zu dürfen.., und zwar an ihrem Lebensmittelpunkt.
    Am anstrengendsten finde ich eigentlich den Umgang mit einem krankhaften Narzissten.., ich kann u will mir seine Machtspiele nicht gefallen lassen, möchte aber auch nicht dass die Kinder darunter leiden.., wobei er die Kinder vermutlich genauso wenig als Individuen wahrnimmt wie mich während unserer Ehe...
  • Liebe Alexandra, vielen Dank für die vielen Denkanstöße -und auch Perpektivwechsel um den Kindesvater und eigenes Verhalten besser zu verstehen.

    Bei uns ist es gerade so, dass ich eine Anpassung an Altersstufe und Erhöhung Düsseldorfer Tabelle eingefordert habe...bei Geld hört Freundschaft ja bekanntlich auf -und obwohl wir uns sonst gut verstehen-beide an das Wohl des Kindes (wird bald 7J.) im Blick haben (sogar Ostern und Weihnachten bei seiner Mutti gemeinsam feiern), schickt er mir jetzt böse E-Mails, die sehr persönlich und verletzend sind..Er möchte seinen Verdienst nicht offen legen. Möchte den Betrag Kindesunterhalt selbst festlegen. Außerdem möchte er nicht mehr zahlen, "weil das ja nicht beim Kind ankommen würde". Wenn es nach ihm geht, müsste ich alle Ausgaben auflisten.

    Außerdem teilte er per E-Mails mit, dass ich ihn krank gemacht hätte (wegen dem Kindesunterhalt!) und hat das Kind-Wochenende abgesagt. Ich hatte befürchtet, dass er so reagiert.. wegen Ärger Unterhalt dies mit Umgang vermischen ..-dass er so reagiert, weil er so verletzt ist (nicht egoistisch usw) ist eine neue Sichtweise.

    Ich werde trotzdem Beistandschaft einschalten, damit dieses Thema endgültig geklärt ist und wir hoffentlich wieder eine gemeinsame Basis (Umgang) finden für unseren Sohn.
  • Liebe Claudia,

    vielen Dank für deine Mail. Das was du beschreibst höre ich täglich. Ist ein typisches Verhalten, dass er verletzt ist und trotzt. Das gibt es auf beiden Seiten.

    Er geht in den Kampf und kann gerade nicht "erwachsen" reagieren. Gebe diese Klärung ab. Gute Idee und bestehe aber auf dein Recht.

    Alles Gute und viel Kraft
    Alexandra
  • Hallo liebe Alexandra, ich bin auch der Meinung das der Vater für seine Kinder da sein sollte und die Kinder Mama und auch den Papa brauchen. Aber was kann man machen wenn er sich nicht mehr kümmert seit er die Scheidungspapiere hat? Nichts klärt was die Kinder und auch die Scheidung angeht. Nicht mal mehr anruft? von Zahlen reden wir mal überhaupt nicht - er keine Therapie machen will für seine Depressionen Alk usw. Probleme? Nichts bin soo oft auf ihn zugegangen aber er kann sich selbst nicht helfen wie soll er dann noch für die Kids da sein. Ich kann jetzt nur noch den Weg nach vorne gehen, schauen das es mir gut geht und dann geht es auch den Kids gut.
  • Liebe Chris,

    danke für deinen Kommentar. Genau das machst du so auch richtig! Du bist nicht für ihn verantwortlich. Bitter ist es, dass du keine Hilfe von ihm für Eure Kinder und dich haben kannst.

    Es geht nur der Weg nach vorne! Ich wünsche dir viel Kraft und Mut! Beste Grüße

    Alexandra Widmer
  • Liebe Alexandra,

    immer wieder lese ich Deine Zeilen und guten Ratschläge. Sie helfen sehr :-). Dankeschön dafür.

    Im Bezug auf die Verantwortung von Vätern steht man als alleinerziehende Mutter echt hilflos da. Vor allem, wenn man sich wünscht, dass der Vater endlich mal zu seinem Kind steht ... Hinzu die Qual hinsichtlich der Suche nach einer guten Antwort dem Kind gegenüber, warum es keinen Papa hat, warum er nicht mal kommt und wo er ist ...

    Trotz der anfänglichen riesigen Freude über meine Schwangerschaft, hat der Kindsvater sich allem entzogen was mit dem Thema "Kind" zu tun hatte. Er hat oft gelogen, bis ich dahinter kam, dass er nebenbei noch eine andere Frau hatte. ... Da habe ich mich hochschwanger von ihm getrennt ... Dennoch hatte ich den Wunsch, dass er für seine kleine Tochter da ist, dass er sieht wie sie aufwächst, dass die Kleine weiß, sie hat einen Vater ... aber er hat bis jetzt noch nicht mal die Vaterschaft anerkannt, zahlt keinen Unterhalt und hat die Kleine (nun ist sie gerade 4 Jahre alt geworden) noch nicht einmal gesehen ... Und dies macht mich sehr, sehr traurig. Teilweise verzweifel ich, teilweise könnte ich ihn sonst etwas antun, falls ich ihm eines Tages begegnen würde - nun ja, Du weißt bestimmt welches Gefühlschaos in einem an schweren Tagen überkommt - ...
    und dann die beginnenden Fragen meiner Kleinen bzgl. ihres Vaters ... ich versuche diese so ehrlich wie möglich - kindgerecht - zu beantworten. Aber dieses Angstgefühl, dass sie sich zurückgestoßen, nicht wertgeschätzt von ihrem Vater fühlt, ... das diese Antworten, die ich ihr geben muss "aufgrund SEINES Verhaltens", sie verletzen ... ist extrem....!

    Alle Wege ihn dazu zu bringen die Verantwortung endlich zu tragen scheiterten ... mittlerweile weiß ich noch nicht mal wo er wohnt. Und dann kommt wieder eine Frage von meiner kleinen süßen Tochter, ob wir ihn nicht mal anrufen könnten ... und sie ist erst 4 Jahre alt.

    Ich möchte ihr nicht weh tun, aber irgendwann kommt der Zeitpunkt ... wie kann ich damit umgehen?!? ... ich weiß es nicht ...!

    Und ich weiß nicht, was ich mache, wenn er doch mal eines Tages auf die Idee kommt, sie sehen zu wollen ... die Angst, dass er sie erneut verletzt, ist riesig geworden und ich habe keinerlei Vertrauen zu ihm mehr ...!

    Wenigstens hatten meine Vorredner die Chance, ihrem Kind irgendwie einen Vater zu geben ... und es macht mich riesig wütend, dass es Väter gibt, die ihre Kinder so verletzen ... und sich keine Gedanken darum machen ...! Letztendlich sind es unsere Kinder die das Verhalten der Väter/Mütter ein Leben lang ausbaden müssen! Da müssen eigene Unbefindlichkeiten / Gefühle zurück stehen ... obwohl ich sehr wohl weiß, wie schwer das sein muss ....! Aber wir müssen dies für unsere Kinder tun!

    Selbst bereits in diesen letzten 4 Jahren musste meine Tochter viel zurückstecken, gerade weil kein Papa da ist ... und dann der Kampf meinerseits, dieses Zurückstecken nicht zu groß werden zu lassen ... Aber es ist, wie es ist. Man kann nur das Beste daraus machen und hoffen, dass die Kleinen zu selbstbewussten, großartigen, fröhlichen Menschen heranwachsen :-).

    Ich wünsche Allen viel Kraft, viel Mut und viel Geduld mit sich selbst.

    Herzliche Grüße,

    Birthe
  • Liebe Birthe,

    ich danke dir für deine offenen Worte. Es tut mir sehr leid, dass du es so erleben musst. Ich bin leider kein Kinder-Experte, doch ich glaube schon oft gehört zu haben, dass es für die Kinder, die ihre Väter/Mütter unregelmässig sehen schwieriger sei, als ohne präsenten Vater/Mutter. Schau mal hier http://derstandard.at/2000005189428/Ein-Vater-der-nicht-da-ist

    Wir wollen unsere Kinder vor dem Schmerz bewahren und leiden selbst so sehr, wenn wir es nicht können. Für mich war das die bitterste Erkenntnis. Wir können den anderen Elternteil nicht ersetzen und müssen lernen, mit dieser Wut, dem Schmerz und der Trauer zu leben.

    Alles Gefühle die wir nicht haben wollen....und doch sind sie da.

    Nimm sie an, sag JA zu deinem Schmerz und Stärke dich. Denn damit hilfst du deiner Tochter am meisten. Und ich in mir sicher, dass du sie großartig begleiten wirst!

    Alles Liebe und Gute Alexandra Widmer
  • Hallo Alexandra, hallo an alle starken Alleinerziehenden.

    Zunächst mal: tolle Fallbeispiele Gefühle betreffend.

    Gerne würde ich hier und da einen Emotionschip in mir deaktivieren, finde aber nicht den richtigen Pfad.

    Zu mir:
    Zwei Wochen nach Schwangerschaftstest fing eine heftige Schlammschlacht zwischen dem Vater und mir an. Egal, wer angefangen hat, das Schlachtfeld ist heute noch sehr sehr matschig ( der Zwerg ist fast 9 Monate jetzt alt er war immerhin 10 Minuten im KH, nachdem er mich im Kreißsaal versetzt hat.....Das tat weh und ich wurde sehr zynisch, er extrem beleidigend und drohte mehrfach mit Gewalt ).
    Das Jugendamt hat mich beraten, als ich dort um Hilfe bat und die Polizei hat die Waffen vor zwei Wochen lahm gelegt ( Fachabteilung für Beziehungsgewalt...Die kennen sich aus. Habe beide Seiten auf den Tisch gelegt ).
    Es findet zur Zeit gewaltfreie Kommunikation statt. Sehr verhalten. Gut so!

    Wie wir das mit dem Umgang hinbekommen, wird sich erst noch rausstellen, er will mir auf keinen Fall begegnen, was ich verstehen kann. Da muss erst noch etwas Wasser die Elbe runter fließen.



    Mein Rettungsanker: " Ich versuch's mit Humor zu sehen"

    Zur Zeit versuche ich mich mit Kurzgeschichten über meinen Alltag aufzumuntern.

    Sie erklären am Ende fast alle Tage folgende Frage:

    "Warum ich das Quitscheentchen mit 7 Messerstichen erlegen musste"

    Ob es Trauer, Wut, Hilflosigkeit, Überlastung, Einsamkeit, Neid, oder weitere doofe Gefühle sind, sie verursachen Stress, den mein Mädchen am Ende zumindest spüren kann....irgendwie, auch wenn ich eine prima Schauspielerin bin und vieles in Lieder verpacke mit fröhlicher Melodie.
    Wenn sich dann noch Vorkommnisse mit stumpfen uneinfühlsamen Mitmenschen hinzusummieren ( Kassierer, Beamte, uvm.), und ich dann auch noch in Hektik überflüssige Fehler und Missgeschicke draufsetze, mein Mädchen dann so gar keinen Bock auf ihren Schlafanzug, geschweige denn Bett hatte, ich sie endlich seelig schlafend in ihrem Bett sehe und ein kleines Glücksgefühl aufkommt, und ich dann beim Verlassen des Schlafzimmers auf das Quitscheentchen trete.....
    So gibt man doch als Grund an: "Notwehr"

    Soll heißen, auch wenn man glaubt, dass die Nerven das nicht mehr mitmachen, dass es immer schlimmer kommen kann...nämlich: "man könnte am Ende auch noch auf ein Quitscheentchen treten"

    Das sage ich mir, wenn ich glaube, dass ich nicht mehr kann!
    Der Mensch ist unglaublich zäh. Wenn wir dann noch diverse der 25 Tips von Alexandra umsetzen, wird doch alles besser.... ;-)
  • Liebe Sonja,

    vielen dank für deinen Kommentar und deine Worte. Deine Situation erfordert ergänzend professionelle Hilfe....toll das dir diese Geschichten helfen. Ich möchte dir Rona Duwe von den Phönix Frauen empfehlen. Sie unterstützt Frauen, die Gewalt erfahren /haben.

    Meine 25 Tipps reichen in dem Fall nicht...

    Alles Gute für dich!

    Beste Grüße Alexandra Widmer
  • Manchmal ist die Antwort eine ganz andere! Die neue Lebensabschnittsgefährtin des Kindsvaters hat mir das per E-Mail zukommen lassen! Damit dürfte alles gesagt sein! Traurig aber bittere Realität. Ich suche gerade eine Tagesmutter fürs Wochenende, weil ich immer samstags arbeiten muss! Und der Kindsvater enthält sich!
    Von der neuen Partnerin:
    Ich wollte nämlich keine Kinder mehr, ab einem gewissen Alter, und das ich jetzt an jedem Wochenende ein bisschen Mutter Deines Sohnes bin, passt leider nicht ganz in meine eigene Lebensplanung.
  • Liebe Charlotte,

    danke für deinen Kommentar. Das ist bitter und traurig, dass der Vater sich davon so beeinflussen lässt. Das ist kein verantwortungsvolles Handeln gegenüber dem Kind.

    So bitter es auch ist, du kannst nur hoffen, dass er es irgendwann merkt, was er damit tut.

    Ich wünsche dir viel Kraft und Mut

    Alexandra Widmer
  • Manche Väter haben es nicht besser verdient!
    Wer sich nie kümmert muss mit den Konsequenzen leben. Ich habe kein Mitleid mit den Männern.
  • Hallo,
    ich habe diesen interessantes Artikel gelesen und eine Frage: ich bemühe mich, meinen Ex-Partner unseren gemeinsamen Sohn so regelmässig wie möglich sehen zu lassen. Er hat aber schon zweimal mit erweitertem Selbstmord gedroht (per sms), und ich sage mir nun (auch wegen anderer Vorkommnisse), dass ich ihm das Kind beim nächsten Mal nicht mehr lasse. Ich möchte gerne selbstverantwortlich handeln, aber wenn der Ex-Partner das nicht will, dann bin ich trotzdem hilflos.
    Wie mit einer solchen Situation umgehen? Helfer raten mir zum "Kindesentzug"... traurig, aber anscheinend manchmal doch der einzige Weg, das Kind zu schützen...
    Leider ist meine Beziehung schon wegen des Mangels an Verantwortungsgefühls kaputt gegangen.
    Liebe Grüsse
  • Liebe Tina,

    danke für deine offenen Worte. Dieser Artikel bezieht sich auf Situationen, wo keine psychische oder körperliche Gewalt vorliegt. Bei Androhung von erweiterten Suizid gelten andere Regeln.

    Der Schutz des Kindes steht meiner Meinung nach an erster Stelle.
    Alles Gute für dich und deinem Sohn!

    Alexandra Widmer
  • Die Situation kenne ich. Erst mir, dann sich, dann wieder mir Gewalt angedroht. Furchtbar!
  • Liebe Alexandra,

    danke für Deinen Beitrag. Meine Meinung dazu ist wie folgt: Egal ob sich ein Elternteil entzieht oder ob ein Elternteil das Kind dem anderen Elternteil entzieht - Kinder brauchen ihre beiden Eltern. Die Natur hat es so gemacht - wir können uns dem nicht entziehen und sollten uns daran orientieren.

    Eltern, die sich zurück ziehen oder die, die Kinder dem anderen Elternteil vorenthalten, sind sich leider nicht bewußt, dass es für Kinder ganz wichtig ist, nicht nur einen Menschen zu haben, sondern mehrere Bezugspersonen. Vor allem wenn die Kinder älter werden wird das immer wichtiger!

    Mein großer Sohn hatte immer Kontakt zu seinem Vater, bis dieser sich plötzlich (aufgrund von finanziellen Problemen wie sich später herausstellte) für fast 2 Jahre zurückzog. Mein Sohn hat sehr gelitten: "Mama, ich will tot sein, ich vermisse meinen Papa so." Da war er 7 Jahre alt. Heute kümmert sich der Vater wieder regelmäßig. Mich hat der Vater von meinem großen Sohn natürlich verletzt als er sich trennte. Ich hätte meinem großen Sohn jedoch den Vater nie bewußt vorenthalten können - denn ich hätte später die Verantwortung dafür übernehmen müssen. Allein der Gedanke, dass mir mein Sohn (zurecht) böse ist, weil ich ihm den Vater vorenthalten habe, verursacht mir Übelkeit.

    Bei meinem kleinen Sohn ist es anders, der Vater hat sich am Anfang wenig gekümmert und nun kümmert er sich gar nicht mehr. Somit kennt mein kleiner Sohn seinenn Vater nicht. Vom Vater nicht gewollt zu sein ist jedoch eine lebenslange Verletzung - es bleibt ein Gefühl von "ich bin nicht wichtig". Mein kleiner Sohn hat als Bezugsperson nur mich, keinen Vater, keine Oma oder Opa. Das ist tragisch. Was mache ich, wenn mir mal etwas passieren sollte. Dann steht mein kleiner Sohn buchstäblich alleine da. Mein großer Sohn hat wenigstens noch seinen Vater und dessen Familie zu der ich immer den Kontakt gepflegt habe, auch wenn es mich manchmal unheimliche Überwindung gekostet hat.

    Ich weiß, dass es schwer ist, seine Verletzungen auszuhalten, die einem der andere Elternteil zugefügt hat. Dennoch finde ich es unverantwortlich einem Kind seine Familie und damit seine Wurzeln vorzuenthalten. Wir wissen nie was uns passiert im Leben. Ich habe erlebt das Menschen plötzlich und unerwartet ganz jung sterben und Kinder hinterlassen. Wenn man dann das Verhältnis zum Vater oder der Mutter nicht gepflegt hat sowie zur übrigen Familie, so steht ein Kind schlimmstenfalls alleine da. Ich denke, wenn man an diesen schlimmsten Fall denkt, fällt es einem auch leichter seine Verletzungen dem Kind zu liebe hinten an zu stellen. Es ist unsere Verantwortung als Eltern.

    Viele Grüße, Claire
  • Liebe Claire,

    vielen Dank für deine schönen Kommentar. Ich kann dir zu 100 % zustimmen und alles unterschreiben. Mit dem Artikel wollte ich zeigen, dass der Wunsch die Realität leider doch oft sehr auseinander geht.

    Die meisten Wissen, dass das Kindeswohl im Vordergrund stehen sollte. Schaffen es aber dennoch nicht, da sie nicht gelernt haben mit schmerzhaften Gefühlen umzugehen.Da brauchen wir mehr Aufklärung und Hilfen.

    Alles Liebe und Gute für die und deine Kinder

    Alexandra Widmer
  • Liebe Alexandra,
    ich finde deine Artikel sehr interessant. Es ist schwer mit seinen Gefühlen umzugehen. Doch das Wichtigste war, für uns auch nach der Trennung den richtigen Weg für unsere kleine Tochter einzuschlagen. Klar, am liebsten würde man sich in den ersten Wochen/ Monaten manchmal die "Augen raus kratzen", aber wir haben es gemeinsam geschafft, eine andere Richtung gehen (obwohl es am Anfang nicht danach aussah). Ob Weihnachten oder Geburtstag unserer Tochter, es wird zusammen gefeiert, ich konnte auch so in meinen Job zurück und werde von ihm sehr gut unterstützt. Ich habe lange und hart an mir arbeiten müssen um meinem Ex-Mann zu verzeihen, aber nur mit einem anderen Umgang bzw. einer positiveren Sichtweise funktioniert es. Ich konnte mich entscheiden. Und ich habe es für meine kleine Maus gemacht. Und es geht ihr so gut damit. Sie freut sich auf ihren nächsten gemeinsamen Ausflug in den Zoo mit Papa und Mama.
  • Liebe Stefanie,

    vielen lieben Dank für deine Worte und deine Größe. Das braucht es nämlich um so handeln zu können. Die Fähigkeit die eigenen Gefühle nicht in der Situation auszuleben, sondern das an einem anderen Ort mit sich abzumachen. Euer Kind wird es Euch danken. Alles Liebe und Gute Alexandra Widmer
  • Ich habe ihren Artikel bis zum Schluß helesen.
    Auch ich bin alleinerziehende Mutter von zwei Kindern.
    Meine mittlerweile 7 jährige Tochter wurde vor 4,5 Jahren von ihrem eigenen Vater missbraucht. Ich bin heil froh das es heraus gekommen ist , aber immer öfter ertappe ich mich dabei, das ICH Schuldgefühle habe weil meine Tochter so etwas miterleben musste. Wir sind beide in Psychiatrischer Behandlung. Meiner Tochter geht es mittlerweile auch eieder relativ gut. Aber ich bekpmme diese Schuldgefühle einfach nicht in den Griff.
  • Liebe Petra,

    vielen Dank für deine offenen Worte. Es ist sehr gut, dass ihr in ärztlicher Behandlung seid. Dort braucht es viel Zeit, Ruhe und Einfühlungsvermögen dieses Trauma aufzuarbeiten. Wenn wir Schuldgefühle haben, stellen wir uns als ganzen Menschen in Frage und verurteilen uns auf das Übelste. Das kostet viel viel an Selbstvertrauen und Selbstachtung. Es ist wichtig zu lernen, mit sich selbst nachsichtig und mitfühlend zu sein und mit Hilfe eines professionelles Helfers die Ereignisse zu analysieren. Ich wünsche dir und deiner Tochter alles Gute und viel Kraft.
    Alexandra Widmer
  • Das sind zwei Beispiele. Was aber kann Frau tun, wenn der Mann in die Midlifecrisis rutscht, Frau mit drei kleinen Kindern sitzen lässt und sich nicht im Stande sieht, einen regelmäßigen Umgang mit seinen Kindern zu pflegen? Seit fast zwei Jahren gehe ich immer wieder Kompromisse ein, damit die Kinder wenigstens ETWAS von ihrem Vater haben. Die Verantwortung für die liegt jedoch zu 100 % bei mir. Und die Kinder über Nacht hatte er zuletzt im OKTOBER!
  • Liebe Susanne,

    vielen dank für deinen Kommentar. Das was du berichtest ist traurig und schmerzhaft für alle. So sehr wir auch kämpfen......wenn der andere nicht will, können wir nichts machen. Außer vor Gericht ziehen und es "verordnen" lassen für viel Geld. Ja, dass ist Sch.... ungerecht und unendlich gemein. ich möchte dir jedoch sagen, dass du deinen "mütterlichen Anteil" der Verantwortung immer tragen kannst. Jedoch nie seinen "väterlichen Anteil" an Verantwortung. Das ist seine Aufgabe. Nicht Deine!!!!

    Und ich weiß, wie bitter es ist traurige und verunsicherte Kinder zu sehen, die die Welt nicht mehr verstehen. Und du musst es aushalten. Die Kinder müssen es aushalten.

    Du darfst lernen einen neuen Weg und ein neues Denken zu finden, mit dieser Situation umzugehen. Was tust du wenn du traurig bist? Was tust du, wenn dir der Kragen platzt? Was hilft dir? Schau da zuerst hin und hole dir ggf. Unterstützung.

    Ich wünsche dir alles Gute und viel Mut. Du bist eine tolle Mutter und Frau!

    Alexandra Widmer
  • Eigenverantwortung und gewaltfreie Kommunikation sind die Zauberwörter, die eine Trennung mit Kind(ern) erträglich und sogar zu einer Chance für alle Seiten machen. Das Elternpaar, das kein Liebespaar mehr ist, kann es sogar schaffen in Sachen Kinder wieder an einem Strang zu ziehen, wenn emotional jeder bei sich bleibt und Entscheudungen eigenverantwortlich getroffen werden. Das Wort "Du" sollte im ersten Jahr am Besten aus dem Wortschatz gestrichen werden.
    Ich bin heute in sehr freundschaftlicher finanziell und emotional absolut geklärter Situation mit meinem Expartner. Vater unserer beiden Töchter elf und dreizehn Jahre alt. Mir hat das gelegentliche lesen dieses Blogs, unsere (geschäftliche) Mediation und das Buch "wenn die Giraffe mit dem Wolf tanzt" sehr geholfen.
    Alles Gute an alle, die noch mittendrin stecken!
    Kirsten
  • Liebe Kirsten,

    vielen Dank für deine Worte. Dieses Buch kann ich auch nur empfehlen und nutze es seit Jahren. Wenn die Emotionen hoch kochen, vergessen leider viele dieses Wissen. Ging mir zu Beginn auch so.

    Es ist ein Prozeß und ich wollte mit diesem Artikel daran erinnern.

    Alles Liebe und Gute Kirsten

    Alexandra Widmer
  • Du hast sicher Recht. Das alles hilft aber nur den Menschen, die es lesen und an siich arbeiten möchten.
    Hängt man jedoch fest mit einem Kindsvater/-mutter, der/die sich genauso verhält, dann kann man dessen/deren Verhalten nicht ändern.

    Mir bringen all solche Beschreibungen nichts mehr, denn ich sehe diese Dynamik. Der KV jedoch nicht und dann steht man doof da und kann nur klare Grenzen ziehen.

    Danke trotzdem!
  • Liebe Laura,

    da hast du total recht. Durch das Lesen dieses Artikels kannst du nach wie vor den Kindsvater oder Kindsmutter nicht ändern. Doch ich finde, dass wir durchaus etwas ändern können. Mit diesem Wissen fällt es vielen leichter auf die Provokationen etc. nicht einzusteigen und es nicht persönlich zu nehmen. Den Schmerz des Anderen können wir nicht lindern.

    Alles Gute für Dich!

    Alexandra Widmer

Was denkst du?

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