Wer will mich denn mit Kind? Majas überwältigende Angst und ihr Happy End

Wer will mich denn mit Kind? Die Angst keinen Partner zu findenWer will mich denn mit Kind?

Mit dieser Frage und der Angst keinen neuen Partner mehr zu finden, kam Maja (Name und Details geändert) vor zwei Jahren in meine Beratung.

Mit dem Einverständnis von Maja, habe ich dir hier einen Ausschnitt aus unserer Beratung zur Verfügung gestellt. Vielleicht findest du den einen oder anderen hilfreiche Impuls für dich.

Ich empfehle dir in einem ruhigen Moment diesen Artikel zu lesen.

Viel Spaß!

Wer will mich denn mit Kind?

Maja ist 39 Jahre alt und hat drei Kinder im Alter von vier, sechs und neun Jahren. Die größeren Kinder hatte sie mit ihrem ersten Ehemann bekommen. Bei einem Klassentreffen vor fünf Jahren war sie dann wieder ihrer großen Jugendliebe Sven begegnet und hatte für ihn ihren Mann verlassen. Nach einem Jahr wurde das dritte Kind geboren. Leider beendete Sven kurz danach die Beziehung zu ihr. Er fühlte sich überfordert mit drei Kindern und einer Frau.

Ausschnitt aus der Beratung

Alexandra: Was macht dir Sorgen?

Maja: Ich habe Angst allein mit drei Kindern keinen neuen Partner mehr zu finden.

Alexandra: In welcher Situation war diese Angst das letzte Mal präsent?

Maja: Die schlimmste Situation ist, wenn ich am Samstagabend allein auf dem Sofa sitze, egal ob die Kinder da sind oder nicht. Ich finde die Situation schrecklich und ich grübele nur noch: Dich will doch kein Mann mehr mit drei Kindern. Wer tut sich das schon an. Es gibt jüngere gut aussehende Frauen. Der Zug ist abgefahren. Die Angst spüre ich im ganzen Körper. Es ist ein Ziehen durch jede Faser. Ich verhalte mich dann so, dass ich irgendwelche Dating-Plattformen durchsuche und hoffe, dass es da noch einen gibt, der nicht „Nein“ sagt.

Außerdem habe ich eine Affäre mit einem verheirateten Mann angefangen. Ich weiß, dass das nicht gut ist. Doch in den Momenten, wenn ich ihn sehe, dann bin ich mal dran und das tut mir so gut. Eine Seite in mir denkt dann, lieber so als gar nichts. Ich versuche dann alles möglich zu machen, um ihn zu sehen, wenn er sich denn mal meldet.

Alexandra: Kennst du das so von dir?

Maja: Ja, leider irgendwie schon. Ich fühle mich dann wie ein kleines Mädchen, dass um Liebe bettelt und sich verbiegt. Mein Leben lang hatte ich Partnerschaften und nun mit allem allein dazustehen, fällt mir sehr schwer.

Alexandra: Wie hast du dich diesen Männern gegenüber verhalten?

Maja: Ich habe mich oft zurückgenommen, um bloß nicht verlassen zu werden. Und nun ist genau das passiert.

Alexandra: Ich würde einmal gern mit dir die Angst keinen Partner mehr zu finden hinterfragen. Bist du einverstanden?

Maja: Ja klar.

Alexandra: Auf einer Skala  bedeutet die „0“: Keine Angst zu haben und gelassen zu sein und die „10“ bedeutet ununterbrochen sich vorzustellen für immer alleine zu sein. Wo befindest du dich?

Maja: Also zur Zeit würde ich mich bei einer 9 einordnen. Ich habe wenig Hoffnung und bin beunruhigt.

Alexandra: Ist es eine Tatsache, dass das, was du als beunruhigend erlebst, eintreten wird und dein Leben bedroht? Wo sind die Beweise und was spricht dafür?

Maja: Natürlich ist mein Leben nicht bedroht, wenn ich keinen Partner habe. Und Beweise gibt es dafür auch nicht. Doch es fühlt sich in diesen Moment für mich so an. Ich habe Angst und bin wie erstarrt.

Alexandra: Ja, das spüre ich sehr deutlich. Deine Gedanken kreisen um dieses Thema und du hast Angst. 

Maja: Ja, genau so ist es.

Alexandra: Wie wahrscheinlich ist es, dass du für immer ohne Partner leben wirst?

Maja: Die Wahrscheinlichkeit, dass ich jetzt mit den drei Kindern alleine bleibe, sehe ich bei 80 Prozent. Ich glaube, mehr als eine Affäre ist nicht mehr für mich drin. Aber so habe ich mir mein Leben nicht vorgestellt

Alexandra: Hast du eine Idee, wie du genau diese Entwicklung verhindern kannst?

Maja: Ich werde es überleben, doch die Angst allein zu sein ist schon sehr präsent.  Ich denke jeden Tag daran. Besonders in den Abendstunden überfällt sie mich und dann bin ich so bedürftig und suche nach einem Mann, der mich umarmt. Ich brauche die Nähe, um meine Angst vor dem Alleinsein nicht zu spüren. Doch das klappt nicht wirklich. Ich habe keine Idee, wie ich es verhindern kann.

Alexandra: Gab es mal eine Situation im Leben, wo du es allein ausgehalten hast?

Maja: Wie ich schon gesagt habe, ich hatte immer eine Beziehung. Obwohl …vor 10 Jahren war ich mal zwei Monate wirklich Single. Da hatte ich auch keine Affäre. Nichts.

Alexandra: Spannend. Wie hast du das gemacht damals? Hast du keine Angst gehabt einen Mann zu finden?

Maja: Oh doch. Das war vor meinem 30. Geburtstag und die Torschlusspanik hatte mich gepackt. Da dachte ich auch, dass mich keiner mehr will. Doch kann man das Vergleichen? Ich war jung, ungebunden, konnte ausgehen und habe gut verdient. Mmmmh…

Alexandra: Immerhin war es zwei Monate mal kein Thema.

Maja: Ja, da hast du recht. Falls ich mich richtig erinnere, habe ich damals diese Panik keine Kinder zu bekommen angenommen. Danach ging es plötzlich besser und ich habe mich um mich gekümmert. In der Zeit habe ich viel Tagebuch geschrieben.

Alexandra: Somit hattest du damals den Mut nicht vor dieser Panik zu fliehen, sondern JA zu ihr zu sagen. 

Maja: Ja, so kann man das wohl sagen. Soll ich jetzt etwas auch JA zu der Angst vor dem Alleinsein sagen? Es annehmen? Allein bei diesem Gedanken ist mein Körper angespannt.

Alexandra: Was würde passieren, wenn die Du keinen Partner fändest? Wie könntest Du damit umgehen? Wie kann es weitergehen, wenn diese für Dich „schlimmste“ Situation eintrifft? Welchen Einfluss hätte das auf Dein Leben? Wie haben andere Menschen in der Situation gehandelt?

Maja: Ich mag mir nicht vorstellen, dass ich nie wieder einen Partner finde. Wenn dem so wäre, würde ich ganz schön lange leiden. Vielleicht würde ich dann irgendwann beginnen, mich nicht mehr so auf eine andere Person auszurichten. Ich habe mich für einen Mann immer hinten angestellt und oft Ja zu Dingen gesagt, die ich eigentlich doof fand. Dann könnte ich endlich einmal das machen, was ich wirklich will.

Ich kenne andere Alleinerziehende, die haben total dicht gemacht und wollen gar keinen Partner mehr und auch die, die es auf sich zukommen lassen.

Wahrscheinlich wirke ich auch immer sehr bedürftig und das wirkt sicher nicht sehr attraktiv. Aber es ist nicht leicht, mich meiner Angst zu stellen.

Alexandra: Verspüren alle Alleinerziehende Angst vor der Situation, keinen neuen Partner zu finden?

Maja: Ich denke, dass viele Alleinerziehende dieses Thema bewegt. Die Frage ist nur, in welchem Ausmaß und wie sehr das einen im Alltag beschäftigt. Weil ich so eine Angst davor habe, verbiege ich mich halt und renne auch diesem verheirateten Mann hinterher. Mir ist das irgendwie schon bewusst, doch meine Angst ist ein so starker Motor, der mich antreibt, mich auch mit etwas zufrieden zu geben, was mir gar nicht gut tut. Obwohl nicht ganz. Einen kleinen Moment kann ich die Zeit mit ihm genießen. Aber sobald er weg ist, geht es mir nicht gut.

Alexandra: Was verlierst Du, wenn Du die Situation meidest, Dich auf deine Angst vor dem Alleinsein einzulassen? Und was würdest du gewinnen, wenn du sie annehmen würdest?

Maja: Ich verliere wohl mich selbst und den Glauben daran, auch mit mir allein sein zu können. Ich meine, ich bin ja jetzt schon allein, doch annehmen kann ich es so überhaupt nicht. Ständig schaue ich auf mein Handy, ob sich einer gemeldet hat. Ich versklave mich selbst. Ach schrecklich. Da möchte ich nicht wirklich. Ich fühle mich oft so klein in diesen Momenten.

Als ich sechs Jahre alt war, hatte mein Bruder einen schlimmen Unfall und meine Mutter lag mit ihm damals in der Klinik. Ich fühlte mich so verlassen, obwohl mein Vater und meine Großmutter für mich da waren.

Doch nun bin ich 39 Jahre und erwachsen. Wenn ich die Angst zulassen könnte, davon auszugehen, dass ich als Alleinerziehende keinen Partner mehr finde, dann wäre ich erstmal sehr erschüttert. Doch irgendwann, wenn ich wirklich merke, es passiert mir nichts Schlimmes, wäre ich freier und könnte meinen Wünschen nachgehen. Soweit die Theorie….oder?

Alexandra: Nehmen wir einmal an, wir könnten dir deine Angst für einen Tag wegzaubern. Was würdest du dann tun bzw. fühlen?

Maja: Oh……gute Frage. Es fällt mir schwer mir das vorzustellen. Ohne Angst vor dem Alleinsein? Ich wäre total entspannt und gelassen. Endlich könnte ich mich mal wirklich um mich kümmern. Ich wäre gelassen. Zu schön um wahr zu sein.

Alexandra: Und was sonst noch?

Maja: Dann würde ich mich auch nicht mit irgendeinem Mann zufrieden geben und schon gar nicht mit der Rolle der Geliebten.

Alexandra: Und was sonst noch? 

Maja: Ich wäre nicht mehr so am Grübeln und abgelenkt.

Alexandra: Was würde denn stattdessen sein? Anstelle des Grübelns und deiner Ablenkung?

Maja: Na ja, ich glaube, ich würde bewusster die Zeit mit meinen Kindern genießen und nicht im Hinterkopf immer an meine Sorgen denken. Also wenn ich keine Angst mehr vor dem Alleinsein hätte, wäre ich sicher mehr im Moment. Wenn ich zu der Angst allein zu sein JA sagen könnte, dann wäre wohl vieles leichter.

Alexandra: Wie würden deine Kinder auf dich reagieren, wenn du präsenter wärest? Und wie würden dich Männer wahrnehmen?

Maja: Sie wären glücklich, da ich wirklich da bin, denke ich. Und die Männer? Tja……jedenfalls würde ich nicht so bedürftig wirken, sondern selbstbewusster.

Alexandra: Was könnte ein Satz/Mantra sein, das dir helfen könnte gelassener zu werden?

Maja: Ich sage JA zu meiner Angst, allein zu sein, und achte mich selbst? Klingt das nicht total egoistisch? Mir wurde immer beigebracht, dass ich mich selbst nicht so in den Vordergrund stellen soll – unter anderem mit solchen Sätzen wie: „Eigenlob stinkt“ …und so. Dieser Satz/Mantra fühlt sich demnach total künstlich für mich an.

Alexandra: Das sich das künstlich anfühlt, ist total normal. Immer wenn wir etwas verändern wollen, fühlt es sich ungewohnt an. Egoismus wäre es, wenn du nur noch dich selbst sehen würdest und deine Kinder, deine Freunde und deine Familie unwichtig wären. Doch davon bist du weit entfernt Maja. Stattdessen geht es um eine gesunde Selbstfürsorge, welche überhaupt die Basis ist, um anderen Menschen Liebe schenken zu können.

Maja: Ja, das ist wohl so. Verstehen tue ich das ja schon. Doch fühlen tue ich es nicht. Wie kann das wirklich in meinem Herzen ankommen?

Ich sage JA zu meiner Angst, allein zu sein, und achte mich selbst!

Mantra sichtbar machen

Das Mantra „Ich sage JA zu meiner Angst, allein zu sein, und achte mich selbst!“ wurde Majas tägliches Mantra. Sie las ihn am Bildschirmhintergrund und hatte sich ihn auf ihre Sprachmemo-App mehrfach aufgenommen. Obwohl Maja sehr skeptisch war, hörte sie sich diesen Satz täglich an. Nach vier Wochen hatte sie sich langsam daran gewöhnt und sie fühlte sich immer wohler mit dem neuen Gedanken.

Eine neue Geschichte aufschreiben

Der nächste Schritt bestand darin, den einen Tag zu beschreiben, wo sie gelassen ohne Partner ist.

Maja: Es ist Samstag und ich sitze abends allein auf dem Sofa. Ich spüre die Angst in mir hochsteigen und sage innerlich  JA dazu. Ja, ich bin bereit, meine Angst vor dem Alleinsein anzunehmen und sie auszuhalten. Mein Herz pocht und ich fühle mich im ganzen Körper angespannt. Ich merke, dass eine Seite in mir den starken Wunsch verspürt, dass meine Affäre vorbeikommt. Ich gebe ihr nicht nach, sondern sitze nur da und atme tief. Ich schließe die Augen und stelle mir vor, dass ich mit meiner Angst spreche: Liebe Angst, du darfst da sein. Nach etwa 15 Minuten werde ich ruhiger. Die Angst hat nachgelassen. Ich bin wahnsinnig stolz auf mich, dass ich es geschafft habe.

Fantasie ist gefragt!

Im Anschluss stellte sich Maja genau diese Szene immer wieder vor. Ihr war mittlerweile sehr deutlich geworden, dass sie die Angst, allein zu sein, nicht mit einem anderen Menschen kompensieren konnte, sondern sie bei sich selbst beginnen musste. In der folgenden Zeit wiederholte Maja die Vorstellungsübung regelmäßig. Sie übte sich darin, es sich selbst wert zu sein, nicht nur noch den Spatz in der Hand zu nehmen, sondern daran zu glauben, dass es auch für sie als Alleinerziehende mit drei Kindern natürlich die Chance gibt, eine neue Partnern zu finden.

In der Realität üben!

Maja übte sich darin, es sich wert zu sein, nicht nur noch einen Spatz in die Hand zu nehmen, sondern daran zu glauben, dass auch für sie als Alleinerziehende mit drei Kindern es natürlich die Chance gibt, einen neuen Partnern zu finden. Trotz aller Vorbereitung und Planung kam es immer wieder dazu, dass sie ihre Angst allein zu sein überwältigte. Aber Maja blieb dran.

Sie wusste, dass sich nur etwas ändern würde, wenn sich immer wieder mit der Angst konfrontierte. Viele Abende saß sie eingerollt allein auf dem Sofa und fühlte sich total verlassen. In der Beratung wurde deutlich, dass eine ergänzende Unterstützung mit einem Therapeuten in ihrer Stadt wichtig war.

Für ihren Mut belohnte sich Maja alle zwei Wochen mit einem Yoga-Kurs.

Wie es weiter ging

Maja fühlte sich immer gelassener und schaffte es trotz großer Ängste sich von ihrer Affäre zu distanzieren und das erste Mal in ihrem Leben wirklich das zu tun, was ihr am Herzen lag. Das größte Kompliment bekam sie eines Morgens, als ihre kleine Tochter zu ihr sagte: „Mama, du strahlst so.“

Die Mail mit Happy End

Vor ein paar Tagen bekam ich eine Mail von Maja:

Liebe Alexandra,

vielen Dank für deine Unterstützung vor zwei Jahren. Ohne dich hätte ich mich sicherlich nicht auf den Weg gemacht. Mir wurde klar, dass ich mich nicht schämen muss und es wichtig ist, sich in bestimmten Situationen Hilfe zu holen. Du warst sozusagen mein Türöffner. In der Therapie habe ich noch so manche Krise durchlebt. Aber das war gut und richtig. Wenn ich mich damit nicht konfrontiert hätte, wäre die nächste Beziehung zu einem Mann  garantiert wieder in die Hose gegangen.

Vor sechs Monaten war ich dann soweit bei mir angekommen, dass ich mich das erste Mal wieder auf einer Dating-Plattform angemeldet habe.

Es schrieb mich ein Mann an, bei dem ich früher garantiert sofort Nein gesagt hätte. Doch ich hatte gelernt, dass nun genau nicht zu tun und nicht wieder auf mein übliches Beuteschema hereinzufallen. Sein Name ist Klaus und er hat fünf Kinder. Ja, du hast richtig gelesen. Fünf Kinder.

Wir nähern uns langsam immer mehr an und ich bin natürlich noch vorsichtig. Vor einem Monat haben wir uns das erste Mal zu 10. bei uns im Haus getroffen. Oh Mann. Hast du schon mal einen ganzen Tag für 10 Menschen gekocht? Wir brauchten zwei volle Einkaufswagen.

Was daraus wird, weiß ich noch nicht. Doch ich bin im hier und jetzt und genieße einfach. Ich bin verliebt. Klaus ist verliebt und es ist Frühling.

Danke für alles!

Liebe Grüße

Maja

 

Liebe Leserin, lieber Leser, falls du bis hier gelesen hast. Toll! Du willst wirklich etwas ändern. Falls du Interesse hast zu lernen, wie du auch mit der Angst vor Verantwortung oder der Angst kein Geld zu haben, umgehen kannst, empfehle ich dir mein Buch. Danke!

Alles Liebe und Gute für dich!

Alexandra Widmer

P.S. Nur wenn es dir gut geht, geht es auch deinem Kind gut!

Bild Fotolia

2 Kommentare

  • Liebe Alexandra,

    zunächst einmal möchte ich DANKE sagen für die vielen Newsletter, die ich von dir schon erhalten habe. Bisher habe ich sie nur gelesen und mir meinen Teil gedacht.
    Dein Buch habe ich mir auch bereits gekauft aber bisher nur überflogen - ich denke, ich muss warten bis es mich "juckt" :-).
    Ich habe mich vor knapp zwei Jahren von meinem Mann getrennt. Seit Jan.2016 wohne ich mit meinen 3 Kindern im Alter von 5, 8 und 11 Jahren alleine. Der Entschluss mich zu trennen hat sehr lange Zeit gebraucht, der Leidensdruck war schlussendlich der Auslöser - zusammen alleine, das wollte ich nach 13 Jahren Beziehung nicht länger sein.
    Mein Mann hat sich von uns allen abgesondert, kein liebes Wort, kaum gemeinsame Unternehmungen und keine Partnerschaft. Das war mein Leben seit der Geburt meines 3. Kindes Henry. Ein Sonnenschein vom ersten Tag und mein großes Glück. Aber er war ungeplant - und mein Mann sagte ab dem Tag des Schwangerschaftstestes: "Es ist deine Entscheidung, ob du das Kind kriegst." Danach verlegte er sich - neben seiner Arbeit - aufs Bücherschreiben - 3 Bücher in 4 Jahren! WOW!
    Da ich seit 11 Jahren meinen alten Beruf als Architektin nicht mehr ausgeübt habe, habe ich im Nov. 2016 eine Ausbildung zur Erzieherin begonnen, da mich dieser Beruf sehr erfüllt und ich bereits seit einiger Zeit mit Kindern arbeite.
    Die noch laufende Scheidung ist sehr kräfteraubend, mein Mann ist maximal getroffen von meiner Trennung und tritt ordentlich nach. Meinen Wunsch einen neuen Beruf zu ergreifen und die anstrengende Umschulung von 2,5 Jahren bei 30 Wochenstunden auf mich zu nehmen akzeptiert er Null. Ich habe oft Angst es nicht zu schaffen. Solange der Alltag läuft, ist alles ok aber wehe es wird ein Kind krank oder noch schlimmer ich... ich habe bisher noch keine gute Lösung für die Betreuung meiner Kinder für diesen Fall.
    Mein Leben ist gut und ich bin jeden Tag froh nicht mehr bei meinem Mann zu sein, aber die große Verantwortung und die Angst, meinen Kindern nicht das geben zu können, was sie brauchen - auch die Geldsorgen, das ist schon alles recht viel.

    Ich habe das Glück einen neuen Mann in meinem Leben zu haben, doch auch dieser hat noch seine eigene Trennung abzuwickeln und so fühlt sich alles nicht so "leicht" an, wie ich es mir manchmal wünschen würde...Ich merke auch, dass ich mich immer wieder erinnern muss nicht wieder in dieses Abhängigkeitsmodell zurückzufallen, was ich so lange hatte und meinen Selbstwert nicht von der Existenz eines Mannes abhängig zu machen - aber leichter gesagt als getan.

    Das war in Kürze mein Resümee der letzten Jahre ... manchmal frage ich mich, wie wir Frauen das alles stemmen können und die Männer immer noch denken, sie seien das "starke" Geschlecht!? :-)

    Danke Dir für deine vielen Ideen, Tipps und Beiträge von Alleinerziehenden! Auch wenn ich es wenig nutze, gibt mir die Seite doch immer wieder Mut.
    Dir wünsche ich ebenfalls Kraft, Gesundheit und Lebenslust - für Dich und Deine Kinder!

    Liebe Grüße
    Anke
  • Liebe Anke, danke für deine Worte und deinen Einblick. Si wie das klingt, bist du schon auf einem guten Weg dich nicht mehr von einem Mann so abhängig zu machen...aber auch ich weiß, wie sehr man auch gern einfach nur umsorgt wird. Hab Mut, mach die Umschulung und bleibe dran. Du schaffst das! Alles Liebe und Gute Alexandra Widmer

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