Ich will nicht mehr auf einen Prinzen warten – Ein Hilferuf

stark und alleinerziehend wohngemeinschaft wgIch kann nicht mehr!

An diesen Satz blieb mein Auge hängen. Felicitas Lauckert hatte einen Facebook-Post geschaltet, den ich hier gern teilen möchte:

Ein Hilferuf-Post!

Ja schon wieder ein Post…von „Der“! 

Ich kann nicht mehr!

Ich bin seit einer Woche mein Mama-Auszeit-Glück in vollen Zügen am Auskosten und genießen. Da müsste doch eigentlich mal die Kraft wieder da sein. Kraft für Montag. Denn dann dreht sich das Hamsterrad meiner Alleinerziehenden – Welt wieder so richtig.

Aber ganz ehrlich? Ich werde gerade krank, krank bei dem Gedanken nur daran das am Montag wieder alles so weiter laufen soll.

Und ich frage mich, wie wollen wir (Alleinerziehenden) weiterleben?

Wie soll es weiter gehen? Jeder allein? Jeder als Einzelkämpfer? Und Hilfe bezahlen? Wovon frage ich mich, denn mir fehlt das Geld an allen Ecken und Kanten! Ich lebe ohne meine Familie in einer viel zu teuren Stadt. Davon mal abgesehen wollte ich niemals mit Kind in einer Stadt leben.

Also? Wie wollen wir oder besser wie will ich weiter leben?

Zu oft lasse ich mich einschüchtern von Jugendamt, Anwälten oder sonstigen Leuten die mich und mein Leben kommentieren, obwohl sie nicht einmal wissen wie es ist alleinerziehend zu sein.

Ich hab es satt mich als Opfer zu fühlen. Ich bin doch frei! Ich bin trotz Kind oder dessen Vater, frei mich zu entscheiden! 

Also: Ich möchte ein Leben auf dem Land! 

Mit Menschen zusammen leben die ebenfalls ihre Partner hinter sich gelassen haben, aber Zusammenhalt leben wollen. Denn das ist es doch was wir unseren Kindern vorleben müssen.

Isolation trotz so vieler Menschen hier in dieser Stadt… das will ich nicht mehr.

Ich möchte mit einem Projekt starten! Ein Bauernhof für uns „Gestrandete“. 3-7 mit oder ohne Kinder…vielleicht ja auch mit Menschen, die eine Art Großelternersatz abgeben möchte und nicht allein alt werden wollen? Ich habe angefangen die Details aufzuschreiben. Es könnte klappen! Ich habe immer gedacht, ein Leben mit Haus oder Hof, dass können nur Paare schaffen, die zusammenhalten.

Falsch! Wir sind viele! Wir müssen uns zusammen tun und es gibt Crowfundings! Wer macht mit? (teilen ausdrücklich erwünscht)

Ich habe beschlossen, dass ich mich an keinen Ort binden werde. Ich will auf dem Land alt werden! Wie und wo willst Du leben und alt werden?

Ich will auch nicht mehr warten, bis ein Prinz daher kommt… ich will es selbst in die Hand nehmen, das Glück von der Freiheit.

Denn das bin ich! Das bist Du auch! Ich will mich nicht mehr einschüchtern lassen und an dem Ort „über-“ leben, den mir mein Ex vorschreibt.

Ich lass es also darauf ankommen. Es kann passieren, dass ich meine Tochter hier lassen muss, aber will ich deshalb hier zugrunde gehen? Ihr kann es nur gut gehen, wenn es mir gut geht! Und das wird es hier in einer viel zu teuren Stadt nicht. Ich musste so vieles aufgeben, seitdem ich hier wohne. Zuletzt wurde mir der Wohngeldantrag abgelehnt und ich weiß einfach nicht mehr wie sich ein Leben hier noch als Leben betiteln lässt.

Felicitas Lauckert

Ich wünsche Felicitas viel Erfolg mit diesem Projekt und bin mir sicher, dass es ihr gelingen wird. Wenn du dich angesprochen fühlst und mehr erfahren möchtest, dann schreibe ihr gern eine Email an: felila80@gmail.com

Felicitas und ich freuen uns, wenn du diesen Artikel teilst! Danke dir!

stark und alleinerziehend Alexandra widmer Wohngemeinschaft

18 Kommentare

  • Hi alle zusammen. Ich finde diese Lebenseinstellung wertvoll und für mich ist eine ungezwungene Gemeinschaft wesentlich. Gibt es für mich die möglichkeit ein Teilda von zu sein?
    LG
  • Hallo, ihr Lieben! Da meine Familie drei Stunden Autofahrt von mir entfernt lebt und ich leider über keine sozialen Kontakte verfüge, habe ich mich einer Gruppe angeschlossen, die nur wenige Minuten außerhalb der Stadt ein Haus zwecks generationenübergreifenden und gemeinschaftlichen Wohnens baut. Hauptsächlich sind es ältere Menschen, die an diesem Projekt beteiligt sind. Es zieht allerdings auch noch eine weitere alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern ein. Von Säugling bis Leihoma/Leihopa ist alles da, was man braucht: liebe, verständnisvolle und sich gegenseitig unterstützende Menschen.
    Meinen zukünftigen Mitbewohnern zufolge gibt es einige solcher Projekte. Bisher sind wir allerdings fast die einzigen, die den Altersdurchschnitt eines generationenübergreifenden Wohnens sprengen. Dabei habe ich mich gefragt, warum nicht mehr alleinerziehende Familien auf solche "Projekte" zurückgreifen.
    Ich freue mich sehr drauf!
  • Hallo Felicitas...Ich kann nicht anders als meine Tränen fließen zu lassen bei deinem Beitrag. Ich bin seit fast 2 1/2 Jahren allein mit meiner Tochter und fühle mich hilflos und gelähmt und dabei so unglaublich allein...Ich bin in einem Strudel. Mir fehlt die Zeit um Anschluß zu knüpfen und das Geld um einfach an einen Ort zu gehen an dem ich mich wohlfühle und die Kraft meiner Tochter weiterhin das Gefühl zu geben alles sei schön so wie es ist. denn es ist nicht schön. Wie soll mein Kind Gesund und fröhlich aufwachsen wenn ich langsam verblasse und nur noch ein Schatten meiner selbst bin. Ich sehne mich nach Menschen! Nach Seelen die die Stadt und die ewige Maskerade hinter sich lassen wollen. Ich will auch Gemeinschaft leben...Und ich will endlich wieder Austausch und lachen und mich lebendig fühlen dürfen....danke für deine Worte...danke für deinen Mut...
  • Ohhhh...ich hoff die Tränen sind alle raus!? Magst Du mir mal schreiben? Oder hast Du es schon? Würde mich total freuen. Magst Du mitmachen? Es sind in meiner Gruppe auf Facebook, sehr motivierte Frauen, die alle auf diesen Artikel reagiert haben. Wir sind so viele! Wir sind nicht allein. das habe ich nun auch ENDLICH verstanden :) Ich drück Dich, virtuell.
  • Ihr Lieben, ich habe dem nichts hinzuzufügen. Ich wohne bereits auf dem Land, aber hier in dem Dorf habe ich Null Kontakte. Selbst schuld? Ja vielleicht, aber ich bin auch nicht der Typ, der sich anpasst. Ich bin lebenslustig, viel Spaß, will gute Gespräche, will nach der Arbeit Yoga machen und danach was trinken gehen. Bis ich in der Stadt bin, muss ich ca. 30 km zurücklegen. Dafür fehlt mir abends die Kraft. Ich kann auch nicht mehr, sehne mich so sehr nach Leben, nach Kontakten, einfach mit einem erwachsenen Menschen reden. Ich liebe Kinder, meine sind schon erwachsen, die "Kleine" wird nächste Woche 18. Ich genieße es, dass sie mich nicht mehr so sehr brauchen, aber fühle mich auch zunehmend einsam, obwohl ich sehr gern auf Leute zugehe, aber es fehlt einfach die Kraft, nach einem 8 Stunden Hamsterrad Job noch groß was auf die Beine zu stellen. Und immer mehr die Feststellung "ich kann nicht mehr"
  • Ihr lieben alleinerziehenden Mamas und Papas da draußen:
    ich kann euch nur Mut machen! Und wie sowas geht!

    Ich selbst lebe mit meinem Sohn und einer Freundin samt ihrer Tochter in einer WG. Und ich bin täglich dankbar dafür. 4 Zimmer Wohnungen lassen sich noch relativ leicht finden. Und als Übergangslösung bis das große Projekt steht, wäre das doch schonmal ein wunderbarer Anfang!
    Eine andere Freundin lebt mit ihrem Sohn in genau so einer Gemeinschaft auf dem Land, wie du sie beschreibst:
    http://ein-neues-wir.de/ ist die zugehörige Homepage. Diese Gemeinschaft hat auch noch Platz für Mitlebende :-)

    Abgesehen davon kann ich allen, die auf der Suche sind oder in der Planung eigener Projekte stecken, empfehlen: besucht bestehende Gemeinschaften! Es gibt viele große und kleine, alte und neue, ganz bunt verschiedene und fast alle freuen sich ihre Erfahrungen zu teilen. Schau mal hier: http://www.wohnprojekte-portal.de/startseite.html

    Alles Liebe für euch!
  • Hallo Anne, WOW! Tolle Link-Tipps! Danke Dir :)
    Und herzlichen Glückwunsch zu Deiner WG!!!!! Ich freu mich so für Euch. Herzliche Grüße von Felicitas
  • Danke für diesen Beitrag!

    Du schreibst mir aus der Seele.
    Die gleichen Gedanken hege ich auch und ich denke es geht vielen so. Man kämpft allein tagtäglich, hat auch schöne Momente, klar.
    Ich möchte in Gemeinschaft leben.
    Vorallem für die Kinder wäre es eine Bereicherung! Eine Entlastung und Balsam für die Seele. Da ist nur die Frage nach dem Mut.
    Meine Kinder sind hier stark verwurzelt. Das geht sicher vielen so.
    Da sehe ich die größte Herausforderung.
    Einen passenden Ort zu finden.
    Aber ja! Wir sind viele!
    Das sollten wir nutzen und aufhören allein zu kämpfen.
  • Genau! Zusammen sind wir nämlich noch stärker als wir es schon sind :) Magst Du mit machen bei der Planung und mir schreiben?
    Herzliche Grüße von Felicitas
  • Was für ein schöner Gedanke... auch ich bin auf der Suche nach einer Möglichkeit zusammen etwas auf die Beine zu stellen ... aber leider scheitert es an den Finanzen ...ein Baugrund oder großer Hof, auch gerne auf Erbpacht und für jede ein kleines Minihäuschen, damit sich jeder zurückziehen kann und doch nicht alleine ist. Ein gemeinsamer Garten und gegenseitige Unterstützung. Hier im Chiemgau leider fast unmöglich, oder hat jmd Ideen oder sogar bereits Erfahrung ? Es wird Zeit vom Einzelkämpfer zur Sippe zu kommen, gemeinsam wäre es leuchter
  • Wo im schönen Chiemgau lebst du denn? Wir sind auch hier Zuhause und immer mehr drängt sich der Gedanke auf nicht mehr "Einzelkämpfer" sein zu wollen... ein kleiner Hof oder nahe Wohnungen...Häuschen...Jeder ein kleines "für sich" und doch gemeinsam und nicht einsam....
  • Meldet Euch doch bei mir!!! Ich würde mich total freuen wenn Ihr mitmachen wollt beim Brainstormen und Planen. Wir sind viele!!! Und gemeinsam schaffen wir das.
    Herzliche Grüße von Felicitas
  • Ich bin 39 davon bin ich fast fünf Jahre alleinerziehend mein Kind sohn ist fünf Jahre alt und sehr tempramentvoll. Doch im Moment geht's mir einfach auch gesundheitlich nicht gut und merke das ich einfach nicht mehr kann. Ich habe nicht den Luxus meine Familie im Wohnort zu haben geschweige mir mal eine Auszeit zu nehmen oder mit einer Freundin Kaffee trinken zu gehen;( mein leben ist einfach nicht mehr lebenswert und mich verlassen auch die Kräfte. Jeden Tag ein kampf eine hetzerei durchs Leben. Bin eine sehr humorvolle lebenslustige Mama doch davon ist zur Zeit nichts mehr zu spüren ziehe mich zurück und meide soziale Kontakte weil ich Angst habe das mein Kind durch sein temprament negativ auffällt. Ich bin am Ende und ich kann nicht mehr .
  • Schreibst Du mir mal? Magst Du Dich anschließen? Ich würde mich sehr freuen :)
    Herzliche Grüße von Felicitas
  • Da sind wir schon zwei ;-/ ich kann auch nicht mehr ( https://mutterseelesonnig.wordpress.com/2017/03/01/jeden-verdammt-tag ), aber ich kann auch nicht weg. Die Kinder sind glücklich in ihren Schulen und haben ihre Freunde, ich habe einen Vollzeit-Job mit 5 Minuten Fußweg und ein einigermaßen stabiles Netzwerk. Wenn ich aufs Land ziehe, brauch ich ein Auto: zack 400€ weniger im Monat. Keine Rücklagen, und ein Crowdfunding mit min. 800.000€ für ein Haus im Großraum Stuttgart ... puh!
    Aber vielleicht wenigstens eine WG, denn es ist wirklich ein Wahnsinn, das wir alle in unseren Wohnungen hocken und alles alleine stemmen müssen. Wo gibts groß genuge Wohnungen mit Garten für 2-3 Frauen mit 3-6 Kindern? Und es müssen keine Alleinerziehenden sein, ich kann mir das mit Paaren, Singles, Studenten, Omas & Opas und eben auch Alleinerziehenden zusammen vorstellen.
    Tja, und wie immer wenn die guten Ideen anfangen: ich muß jetzt arbeiten gehen....
  • Hallo Mutterseele,
    ich lebe auch im Großraum Stuttgart und denke so oft über ein solchen Projekt nach!
    Aber selbst außerhalb von Stuttgart sind die Preise extrem hoch und es ist alles so eng.
    Gruß, Dolly
  • Hallo Mutterseele,
    würde mich freuen wenn wir in Kontakt kommen könnten. Ich wohne in der nähe von Stuttgart und freue mich über Kontakt zu anderen Alleinerziehenden.
    Liebe grüße

Was denkst du?

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