Warum du als Alleinerziehende trotz Angst nach Hilfe fragen solltest

stark und alleinerziehend

Und warum der Rückzug keine Lösung ist.

In diesem Artikel erfährst du, warum du trotz deiner Angst nach Hilfe fragen solltest. Und wie du mit den Menschen umgehst, die darauf abwertend reagieren.

Die Bonbons im Schrank

Ich war ungefähr 5 Jahre alt, als meine Mutter mich für ein paar Minuten mit drei anderen Kinder in der Wohnung allein ließ. Ein älteres Mädchen kannte ich kaum. Kurz nachdem sie gegangen war, brüllte mich dieses Mädchen an. Sie wollte wissen, wo die Bonbons versteckt waren.

Ich mochte es ihr nicht sagen. Sie schüttelte mich. Nachdem ich ihr aus Angst die Bonbons im Schrank gezeigt hatte, zog sie die Dose heraus und schmiss die Bonbons durch das Wohnzimmer.

Ich weinte und war erstarrt.

Meine Angst

In dem Moment wo ich dir das hier berichte ist mir schon etwas flau. Die Folgen aus diesen Minuten haben mein  weiteres Leben beeinflusst.

Ich entwickelte eine gewisse Skepsis vor anderen Menschen. Ich traf sehr gerne vereinzelt Freunde. Doch in Gruppen fühlte ich mich unwohl. Viele Jahre habe ich meinen Geburtstag nicht gefeiert. Aus Angst die Kontrolle zu verlieren.

Leider dehnte sich die Sorge aus und ich hatte oft die Befürchtung andere zu nerven, wenn ich sie um Hilfe bitten würde. Viele Jahre versuchte ich so gut es geht, alles alleine zu schaffen.

Und dann…..

Dann kam plötzlich diese Trennung.

Nicht nur das diese Tatsache schon schlimm genug war…nein, ich wurde plötzlich mit meiner größten Angst konfrontiert. Auf Freunde und Fremde zugehen und dann noch um Hilfe bitten. Unvorstellbar.

Warum erzähle ich dir das?

Ich betone in meinem Blog immer wieder, dass „stark“ sein bedeutet, sich verletzlich zu zeigen. Doch diese Aussage trifft ab und an auf Unverständnis, weil….

„Wenn ich um Hilfe frage, werde ich als Versager abgestempelt.“

„Als ich gefragt habe, kam nichts zurück. Die anderen haben ja auch keine Zeit.“

„Das Image der Alleinerziehenden ist sowieso schon so schlecht. Nein, dann mach ich es lieber alles allein.“

Warum ist es nicht leicht nach Hilfe zu fragen?

Die häufigsten drei Gründe sind:

  1. Die Angst abgelehnt bzw. ausgeschlossen zu werden.
  2. Die Angst verletzt zu werden.
  3. Die Angst, als Versagerin da zu stehen.

Was sind die häufigsten Strategien, um nicht nach Hilfe zu fragen?

  1. Du kämpfst dich als Alleinerziehende alleine durch. Man möchte es ohne die anderen perfekt machen.
  2. Du vermeidest es um Hilfe zu bitten und ziehst dich zurück.

Die Konsequenzen sind:

1. starke Erschöpfung

2. Vereinsamung und

3. Verlust von Selbstvertrauen

Warum fällt es manchen Alleinerziehenden leichter um Hilfe zu bitten als anderen?

Sicherlich sind die äußeren Bedingungen oft sehr unterschiedlich, so dass es für die eine Alleinerziehende leichter ist um Hilfe zu bitten als einer anderen (z.B. Großstadt im Vergleich zum Dorf).

Dennoch gibt es einen sehr wichtigen Faktor, der unabhängig von der Umgebung wirkt!

Eine sehr bekannte amerikanische Sozialwissenschaftlerin Brené Brown hat sehr viel zu dem Thema Verletzlichkeit und Scham geforscht und sehr spannende Ergebnisse zusammengetragen.

Sie unterschied zwei Gruppen an Personen:

  1. Die Personen, die sich ständig fragen, ob sie gut genug sind. Sie kämpfen um Anerkennung und Zugehörigkeit.
  2. Die Personen, die sich mit anderen Menschen verbunden fühlen, ein erfülltes Leben führen und sich selbst liebenswert finden.

Und nun kommt es:

Die Menschen aus der 2. Gruppe glauben daran es wert zu sein geliebt zu werden, auch wenn sie NICHT perfekt sind. Sie empfinden sich als vollständig und liebenswert.

Fazit

Um Verletzlichkeit zu zeigen braucht es ein gutes Selbstwertgefühl.

Und woher soll das Selbstwertgefühl kommen?

Durch die katastrophale und wenig anerkennenden Berichterstattung über Alleinerziehende in den Medien (RTL2)  und der Gesellschaft (Danke Herr Schäuble ) bedarf es viel Selbstvertrauen, sich diesen Bewertungen zu entziehen. Zu diesem Thema hat Christine Finke von „Mama arbeitet“ einen sehr guten Artikel geschrieben.

Aber nicht nur das.

Die Trennung der Familie führt meist ergänzend zu einem geringen Selbstvertrauen.

Dein Selbstvertrauen möchte ich mit diesem Projekt (Stark und Alleinerziehend) bei dir stärken!

Lösung

Brené Brown zeigte, dass Personen, die sich offenbarten und zu ihren Schwächen standen, letztendlich mehr Liebe, Freude und Nähe zu anderen Menschen hatten.

Ich habe dir mit meiner Erfahrung am Beginn dieses Artikels meine Verletzlichkeit gezeigt. Es ist auch für mich immer wieder eine Überwindung andere zu bitten.

Doch seitdem ich es tue, fühle ich mich wieder mehr verbunden. Und auch mit dir, wenn du das hier liest!

Mein und Dein Wert als Mensch ist völlig unabhängig davon, ob du alleinerziehend bist oder nicht.

Du bist als Mensch vollständig!

Du bist eine Frau und Mutter die Liebe verdient hat! Und vieles mehr! Spüre das und zelebriere Dich!

Das hast du verdient! Jeden Tag !

 

Wenn dich dann ein anderer Mensch WIRKLICH abwertet bzw. ausgrenzt, zeigt das nur sein erbärmliches Wesen. Manchmal können mehrere klärende Gespräche ein Missverständnis aufdecken. Sollte das jedoch nicht der Fall sein, beende den Kontakt und suche dir Menschen, die dich stärken! Deine Beziehungen werden sich sehr wahrscheinlich ändern.

Ich bin freue mich riesig, wenn du mir einen Kommentar hinterlässt und diesen Artikel teilst! Vielen Dank!

Liebe Grüße

Alexandra

P.S. Nächstes Jahr werde ich meinen 40. Geburtstag ganz mutig feiern. 😉

Hier findest du den Link zu dem sehr guten Buch von Brené Brown
Verletzlichkeit macht stark: Wie wir unsere Schutzmechanismen aufgeben und innerlich reich werden

Ich freue mich! Du hast diesen Artikel bis zu Ende gelesen?! Dafür möchte ich mich bei dir bedanken und sende dir SOFORT dein kostenloses E-Book an deine E-Mail Adresse.

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